Die Kinder- und Jugendhilfe in der Region Steyr macht wieder mobil und ist auf der Suche nach Pflegefamilien. Jedes Jahr benötigen mehr als 70 Kinder ein liebevolles Zuhause, in dem sie Stabilität und Sicherheit finden können. Vizebürgermeister Michael Schodermayr hebt die zentrale Rolle der Pflegeeltern hervor: „Sie sind entscheidend, um den betroffenen Kindern ein familiäres Umfeld zu bieten.“ Auch Bezirkshauptfrau Barbara Spöck unterstützt diese Initiative und erklärt, dass dringend mehr Menschen benötigt werden, um allen Kindern ein geborgenes Zuhause zu ermöglichen.
Ob als Paar oder als Alleinstehende – interessierte Personen haben die Möglichkeit, sich als Pflegeeltern zu bewerben. Die Betreuung kann sowohl langfristig als auch temporär erfolgen. Gerade in Krisensituationen, etwa bei schweren Erkrankungen der Mutter, können pflegende Hände oft den Unterschied machen. Für Bewerber gibt es einen klaren Ablauf: Nach einem ersten Beratungsgespräch folgt eine Eignungsüberprüfung, die persönliche, soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Zudem müssen angehende Pflegefamilien an einem Seminar teilnehmen, das sie auf ihre neue Rolle vorbereitet.
Unterstützungsangebote für Pflegefamilien
Der Kontakt zu einer Fachstelle schließt umfassende Beratung und Unterstützung ein. Laut dem Familienportal schließen Pflegeeltern in der Regel einen schriftlichen Pflegevertrag mit dem Jugendamt ab. Auch die finanzielle Unterstützung wird nicht außer Acht gelassen: Pflegeeltern erhalten ein monatliches Pflegegeld, das nicht zu versteuern ist. Dieses Geld kann für Verpflegung, Unterkunft, Bekleidung und Erziehungsaufwand verwendet werden. Die Höhe des Pflegegeldes variiert, abhängig vom Alter des Kindes und wo man lebt.
Ein weiterer Vorteil für Pflegefamilien: Das Pflegekind ist über die Pflegeeltern krankenversichert und in der Familienhaftpflichtversicherung in der Regel mit aufgenommen. Zudem können Beihilfen und Zuschüsse für besondere Anlässe, wie beispielsweise Schulanfang oder Klassenfahrten, beantragt werden.
Die Bedeutung der Herkunftsfamilie
Wichtig zu wissen ist, dass Pflegekinder immer zwei Familien haben: ihre Herkunftsfamilie und ihre Pflegefamilie. Der Kontakt zur Herkunftsfamilie bleibt, auch wenn das Kind nicht dort lebt. Ein offener Umgang ist entscheidend, um den Kindern zu helfen, ihre Fragen und Wünsche zu äußern. Oft tragen die leiblichen Eltern zur Wahl der Pflegefamilie bei, was die Integration des Kindes in die neue Umgebung erleichtert. Besonders bei vorübergehenden Unterbringungen sind enge Kontakte wichtig.
Für alle, die darüber nachdenken, Pflegeeltern zu werden, sind die ersten Schritte klar: Eine Kontaktaufnahme zur Kinder- und Jugendhilfe Steyr oder zur Familienportal bietet weitere Informationen. Auch die Website Unterstützung, die ankommt kann wichtige Anlaufstelle sein.
Wenn Sie also ein gutes Händchen für Kinder haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, könnte dies Ihre Chance sein, einem Kind ein neues Zuhause zu geben. Zögern Sie nicht, sich zu informieren!