In einem besorgniserregenden Vorfall am 22. Dezember 2025 wurden vier Jugendliche in einem Zug von Wels nach Bad Schallerbach festgenommen, nachdem ein Raubversuch gemeldet wurde. Laut Angaben der Polizeiinspektion Bad Schallerbach forderte ein 18-Jähriger aus dem Bezirk Perg einen 15-Jährigen aus dem Bezirk Grieskirchen auf, seine Taschen zu leeren und seine Geldbörse sowie Kopfhörer auszuhändigen. Die Situation eskalierte, als der 18-Jährige zusammen mit einem 17-jährigen Freund aus Linz eine Schreckschusspistole vorzeigte, was die Opfer allerdings nicht davon abhielt, den Forderungen nicht nachzukommen. Gegen 16.40 Uhr kam es zu dem Vorfall, bei dem auch ein 17-Jähriger aus Steyr-Land betroffen war. Die Polizei leitete umgehend Ermittlungen ein und die Staatsanwaltschaft Linz ordnete am 12. Februar 2026 eine Hausdurchsuchung an, bei der mehrere gefährliche Gegenstände, darunter ein Elektroschocker und Suchtgiftwaagen, sichergestellt wurden. Der 18-Jährige wurde am Linzer Hauptbahnhof festgenommen und in die Justizanstalt Linz eingeliefert.[Quelle]
Die Festnahme der Jugendlichen ist Teil eines besorgniserregenden Trends, der in den letzten Jahren in Österreich beobachtet wurde. Laut einer aktuellen Analyse ist die Zahl der von Minderjährigen begangenen Straftaten deutlich angestiegen. Zwischen 2014 und 2023 stieg die Zahl der Anzeigen gegen 10- bis 14-Jährige von 6.311 auf 9.730. Diese Entwicklung hat die Regierung dazu veranlasst, eine interministerielle Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität einzurichten, die sich insbesondere mit minderjährigen Intensivtätern beschäftigt. In Wien beispielsweise werden jährlich 500 Schüler wegen gewalttätigen Verhaltens suspendiert, und die Tendenz zeigt steil nach oben. Oft haben diese Jugendlichen keinen geregelten Tagesablauf und kehren nach Suspendierungen nicht mehr in die Schule zurück.[Quelle]
Soziale Probleme und Gewaltspirale
Ein weiterer Aspekt, der zur Zunahme von Jugendkriminalität beiträgt, sind ethnisch motivierte Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen, die sich in Parkanlagen in Wien zuspitzen. Diese Konflikte werden durch soziale Medien und Chatgruppen angeheizt, was die Situation weiter verschärft. Die Polizei sieht sich oft in der Rolle des Feindes, was zu einer weiteren Radikalisierung der Jugendlichen führt. Raubüberfälle stellen dabei eine der häufigsten Delikte dar, insbesondere gegen wehrlose Opfer. Ein Hotspot für solche Überfälle ist der Treppelweg entlang des Donaukanals in Wien.[Quelle]
Die Ereignisse rund um den Raubversuch in Bad Schallerbach werfen ein Schlaglicht auf die dringenden Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist. Projekte, die eine engmaschige Betreuung von jungen Tätern ermöglichen, sowie eine verstärkte Polizeipräsenz sind notwendig, um die Situation zu verbessern. Das Programm „Under18“, das 2025 einen Schwerpunkt für Jugendliche ab 12 Jahren bilden soll, könnte dazu beitragen, die Jugendlichen in ein geregeltes Leben zurückzuführen und den Kreislauf der Kriminalität zu durchbrechen. Die Bekämpfung von Jugendkriminalität ist nicht nur eine Frage der Strafverfolgung, sondern erfordert ein ganzheitliches Konzept, das Bildung, soziale Integration und präventive Maßnahmen umfasst.[Quelle]