In der heutigen Zeit, in der der Klimawandel und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen immer drängender werden, sind innovative Lösungen gefragt. Eine vielversprechende Antwort auf diese Herausforderungen sind die Energiegemeinschaften (EEG), die in Oberösterreich bereits eine bemerkenswerte Rolle spielen. Diese Gemeinschaften verbinden Erzeuger und Verbraucher direkt und tragen maßgeblich zur Energiewende bei. Mit 1.987 registrierten Gemeinschaften und über 36.000 Mitgliedern führt Oberösterreich die bundesweite Statistik an. Energie-Landesrat Markus Achleitner hebt die immense Bedeutung dieser Gemeinschaften für den Umstieg auf erneuerbare Energieträger hervor. Die Energiegemeinschaften ermöglichen es Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Institutionen, aktiv an der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung erneuerbarer Energien teilzunehmen, was die Akzeptanz und Beteiligung der Bevölkerung fördert [1] [2].
In den Bezirken Steyr, Steyr-Land und Kirchdorf stehen acht Umspannwerke bereit, um die regionalen EEG zu unterstützen. Die lokale Organisation dieser Gemeinschaften führt nicht nur zu reduzierten Netzgebühren, sondern sorgt auch dafür, dass der Strompreis, der sich aus Arbeitspreis, Netzentgelten, Steuern und Abgaben zusammensetzt, innerhalb der EEG festgelegt wird. Zudem ist der Strom aus diesen Gemeinschaften von der Elektrizitätsabgabe und dem Erneuerbaren-Förderbeitrag befreit, was die Kosten weiter senkt. Ein weiterer Vorteil der regionalen Erzeugung ist die geringere Anfälligkeit für Preisschwankungen und die erhöhte Unabhängigkeit vom Energiemarkt.
Innovative Projekte in der Region
Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung von EEG ist die Bürgerenergiegemeinschaft in Adlwang, die Privathaushalte, Betriebe und soziale Einrichtungen miteinander verbindet. Überschüsse aus der Stromnutzung fließen in soziale Projekte für Kinder und Jugendliche. Auch Unternehmen wie Buburuza Eis profitieren von dieser Entwicklung: Andreas Resch kauft die Hälfte seines Strombedarfs für zehn Jahre inflationsgeschützt bei der Energiegenossenschaft Ströme und plant, ab April mit einem elektrischen Transporter auszuliefern. Die Genossenschaft Ströme hat aktuell 61 Mitglieder und bereits drei Projekte umgesetzt, weitere Vorhaben sollen bis Frühjahr 2027 realisiert werden, sobald die finanziellen Mittel zusammenkommen [1].
Fachleute sehen in den Energiegemeinschaften ein Schlüsselelement der Energiewende, das die Bürgerbeteiligung und Akzeptanz stärkt. Der Fokus liegt auf einer lokalen und dezentralen Energieversorgung, die hauptsächlich für den Eigenverbrauch der Mitglieder gedacht ist. Vorschläge zur Anpassung des Energiewirtschaftsgesetzes zur Förderung von EEG wurden in einem Positionspapier veröffentlicht, das unter anderem finanzielle Anreize und die Schaffung einer zentralen Informationsstelle fordert. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort weiter gestärkt wird [2].
Energie teilen und Kosten sparen
Ein interessantes Konzept im Zusammenhang mit EEG ist das sogenannte Energy Sharing. Dabei können verschiedene Akteure gemeinsam Energie verbrauchen, erzeugen, speichern und verkaufen, ohne dass ein direkter räumlicher Bezug zwischen ihnen erforderlich ist. Dieses Modell soll nicht nur die lokale Wertschöpfung erhöhen, sondern auch die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung fördern. Durch den direkten Verbrauch von selbst erzeugtem Strom können die Beteiligten zudem erhebliche Kosteneinsparungen erzielen. Das EU-rechtliche Rahmenwerk für Energiegemeinschaften wurde bereits 2018 in der Richtlinie RED II festgelegt, jedoch ist die Umsetzung in Deutschland bisher nur teilweise erfolgt [3].
Insgesamt zeigen die Entwicklungen in Oberösterreich, dass Energiegemeinschaften nicht nur eine zukunftsweisende Lösung für die lokale Energieversorgung darstellen, sondern auch ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Gemeinschaft und der Akzeptanz erneuerbarer Energien sind. Die Kombination aus innovativen Projekten, Bürgerbeteiligung und einem unterstützenden regulatorischen Rahmen könnte der Schlüssel zu einer erfolgreichen Energiewende sein.