Im Steyr-Land haben vier Schülerinnen der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen, das das Thema der Borderline-Persönlichkeitsstörung ins Rampenlicht rückt. Ihre Diplomarbeit dreht sich um die komplexe Persönlichkeitsstörung, die oft mit Missverständnissen und Stigmatisierung behaftet ist. Die Schülerinnen, Nicole Steiner, Hannah Roselstorfer, Julia Felberbauer und Ricarda Reindl, haben einen Podcast mit dem Titel „Borderline: Der innere Sturm“ veröffentlicht, der auf Spotify zu hören ist. Das Ziel dieses Podcasts ist es, sowohl Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken als auch den Betroffenen eine Stimme zu geben und Unterstützung sowie Aufklärung für Angehörige zu bieten. Weitere Informationen zu ihrem Projekt und den Hintergründen finden sich in einem Artikel auf MeinBezirk.
Die vier Schülerinnen haben verschiedene Aspekte der Borderline-Persönlichkeitsstörung behandelt. Nicole Steiner gibt einen Überblick über Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen sowie die Entstehung und Geschichte von Borderline. Ricarda Reindl beleuchtet die Alltagssituationen von Betroffenen und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen. Julia Felberbauer thematisiert Selbstprävention, Symptome, Diagnose und die frühzeitige Erkennung, während Hannah Roselstorfer die Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen erläutert. Der Podcast enthält zudem Interviews mit zwei psychiatrischen Krankenschwestern und zwei Betroffenen, um eine breitere Sicht auf das Thema zu ermöglichen und das Verständnis für Erkrankte zu fördern.
Therapieansätze für Borderline
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist komplex und erfordert eine umfassende Behandlung. Die Hauptbehandlung besteht in der Psychotherapie, deren Ziel es ist, suizidbezogene Verhaltensweisen zu reduzieren, Depressionen zu mildern und Unterstützung im Alltag zu bieten. Zu den spezifischen Psychotherapien zählen unter anderem die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die kognitive Verhaltenstherapie sowie die mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) und die Schematherapie. Diese Ansätze zielen darauf ab, Emotionen zu regulieren, soziale Fähigkeiten zu verbessern und maladaptive Denkmuster zu verändern. Weitere Informationen dazu finden Sie auf MSD-Manual.
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist besonders hervorzuheben, da sie Methoden aus verschiedenen Therapieformen integriert und sowohl Einzel- als auch Gruppensitzungen umfasst. Diese Therapieform unterstützt Betroffene dabei, stressige Situationen zu bewältigen und selbstzerstörerisches Verhalten zu verhindern. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Behandlung ist die Entwicklung von Therapievereinbarungen zwischen Patient und Therapeut, insbesondere im Umgang mit Selbstmordabsichten.
Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten
Obwohl Psychotherapie die Hauptkomponente der Behandlung ist, können auch Medikamente unterstützend eingesetzt werden. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es keine Medikamente gibt, die die Borderline-Störung allein heilen können. Stimmungsstabilisierer, bestimmte Antipsychotika und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) können jedoch hilfreich sein. Die erfolgreiche Therapie erfordert die Erfassung aller Aspekte der Erkrankung und kann eine Behandlungsdauer von einem bis zu drei Jahren in Anspruch nehmen. Mehr Details dazu finden Sie auf Neurologen und Psychiater im Netz.
Die Arbeit der Schülerinnen von der HLW Steyr ist ein bedeutender Schritt zur Entstigmatisierung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Indem sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in einem Podcast teilen, tragen sie dazu bei, das Bewusstsein für diese oft missverstandene Erkrankung zu schärfen und das Verständnis für die Herausforderungen, die Betroffene täglich meistern müssen, zu fördern.