Im Herzen von Oberösterreich, genauer gesagt in Steyr-Land, hat sich in den letzten drei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen. Die Initiative „Frau in der Wirtschaft“ der Wirtschaftskammer Oberösterreich ist seit 30 Jahren eine starke Stimme für Unternehmerinnen und hat sich als unverzichtbares Netzwerk etabliert. Rund 40.000 Frauen profitieren von den vielfältigen Angeboten, die darauf abzielen, ihren unternehmerischen Erfolg zu unterstützen und sichtbar zu machen. Die Bezirksvorsitzenden, Sabrina Sammwald für Steyr-Stadt und Petra Baumgarthuber für Steyr-Land, betonen die grundlegende Bedeutung dieses Netzwerks für den Erfahrungsaustausch und die Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft.
Die Zahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr wurden in Steyr-Stadt 57 Neugründungen (46,3 %) von Frauen realisiert, während im Bezirk Steyr-Land 121 Neugründungen (50,6 %) auf das Konto der Unternehmerinnen gingen. Diese Zahlen zeigen nicht nur das unternehmerische Engagement der Frauen, sondern verdeutlichen auch ihren Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Frauen bringen frischen Wind in die Geschäftswelt, indem sie innovative Geschäftsmodelle und nachhaltige Strategien vorantreiben.
Ein Netzwerk, das verbindet
Die Plattform „Frau in der Wirtschaft“ bietet nicht nur einen Raum für Vernetzung auf verschiedenen Ebenen – von der Bundes- bis zur Bezirksebene – sondern hat auch neue Formate und Initiativen zur Stärkung des Erfolgs-Netzwerks eingeführt. 2024 war ein Rekordjahr für Unternehmensgründungen von Frauen in Österreich, mit durchschnittlich 53 neuen Einzelunternehmen pro Tag, wobei fast jede zweite Gründung ohne Personenbetreuung von Frauen durchgeführt wurde. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der Unternehmensgründung liegt bei 37,8 Jahren.
Mit 39,8 % aller Unternehmen in Österreich, die von Frauen geleitet werden, zeigt sich, dass das weibliche Unternehmertum auf dem Vormarsch ist. Besonders stark vertreten sind Frauen im Dienstleistungssektor, was sich auch in den Fachgruppen mit dem höchsten Frauenanteil widerspiegelt: Fußpfleger:innen, Kosmetiker:innen und Masseur:innen (83 %), Direktvertrieb (81,6 %) sowie Mode und Bekleidungstechnik (79,1 %). Diese Bereiche sind nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern tragen auch zur Diversifizierung der Wirtschaftslandschaft bei.
Schwerpunkte für die Zukunft
Die Meilensteine der letzten 30 Jahre umfassen wichtige Fortschritte wie die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Erhöhung des Wochengeldes und den Ausbau der Kinderbetreuung. Zukünftig werden die Schwerpunkte von „Frau in der Wirtschaft“ auf Gleichstellung, der Verringerung des Gender Pay Gaps, modernen Arbeitszeitmodellen und starken Netzwerken liegen. Für 2026 sind zudem Themen wie Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Regionalität, Nachhaltigkeit und Internationalisierung auf der Agenda.
Ein Highlight im Veranstaltungsprogramm 2026 wird die Durchführung von Formaten wie „Fuckup Nights“, „Coffee to Grow“ und ein Gewerbeflohmarkt in Steyr sein. Diese Veranstaltungen sollen nicht nur lokale Kontakte stärken, sondern auch den Wissensaustausch fördern und den Unternehmerinnen eine Plattform bieten, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Ein Blick über die Grenzen
Im Vergleich zu Österreich gibt es in Deutschland rund 3,8 Millionen kleine und mittlere Unternehmen, von denen nur 16 Prozent (608.000) von Frauen geführt werden. Der Anteil der Unternehmensgründungen durch Frauen ist zwar gestiegen und beträgt mittlerweile 42 Prozent (im Vergleich zu 38 Prozent im Jahr 2020), jedoch gibt es hier noch Nachholbedarf. Junge Frauen gründen zunehmend Unternehmen, doch nur jeder vierte Handwerksbetrieb wird von einer Frau gegründet, und bei technologieorientierten Start-ups sind Frauen mit nur 20 Prozent in der Minderheit.
Die Initiative „FRAUEN unternehmen“, die 2014 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Frauen durch Vorbilder zu ermutigen und Mädchen für das Berufsbild „Unternehmerin“ zu begeistern. Über 250 Vorbild-Unternehmerinnen unterstützen diese Initiative, die auch Angebote für Schulen und Hochschulen bereitstellt.
Die Entwicklungen in Steyr-Land und darüber hinaus zeigen, dass die Unterstützung und Sichtbarkeit von Unternehmerinnen entscheidend sind, um die wirtschaftliche Landschaft nachhaltig zu verändern und zu bereichern. Das Engagement von Netzwerken wie „Frau in der Wirtschaft“ ist dabei von zentraler Bedeutung.
Für weiterführende Informationen zu den Aktivitäten und Angeboten von „Frau in der Wirtschaft“ besuchen Sie bitte die Quelle sowie die zweite Quelle und die dritte Quelle.