Im Bezirk Schärding sind die Leader-Projekte nicht nur ein wichtiger Bestandteil des ländlichen Lebens, sie prägen auch die Zukunft der Region. Diese Projekte sind Teil einer Initiative, die darauf abzielt, lokale Akteure in die Entwicklung ihrer Umgebung einzubeziehen. Man denke nur an den Baumkronenweg oder das beliebte pramoleum-Kürbiskernöl. Diese Vorhaben haben nicht nur einen hohen lokalen Mehrwert, sondern fördern auch die Gemeinschaft und das Miteinander vor Ort. So beschreibt es auch der Leader-Manager Johannes Karrer, der die Region als Vorreiter in Österreich bezeichnet.
Das Akronym LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“. Der Regionsverband, der die Leader-Region Sauwald-Pramtal repräsentiert, ist ein gemeinnütziger Verein, der sich aus Gemeinden, Organisationen, Betrieben und engagierten Personen zusammensetzt. Das übergeordnete Ziel ist es, EU-, Bundes- und Landesfördermittel in die Region zu holen und somit die lokale Entwicklung zu unterstützen. Eine besonders interessante Facette sind die Energiegemeinschaften, wie das EEG Andorf oder das EEG Aigerding, die mittlerweile über 2.000 Mitglieder zählen und sich für eine nachhaltige Energieerzeugung einsetzen.
Nachhaltige Entwicklung durch lokale Projekte
Die aktuelle Förderperiode für Leader-Projekte läuft bis 2027, und die Einreichung von Projekten ist laufend möglich. Dabei ist es entscheidend, dass die Projekte zur regionalen Entwicklungsstrategie beitragen, die Bevölkerung aktiv einbinden und langfristige Perspektiven bieten. Ein Kleinprojektefonds ermöglicht es zudem, kleinere Vorhaben mit großer Wirkung ins Leben zu rufen. Viele der umgesetzten Projekte sind mittlerweile fester Bestandteil des Alltags, werden aber oft nicht mehr mit der Leader-Initiative in Verbindung gebracht.
Zusätzlich zu den Leader-Projekten unterstützt die EU mit dem Instrument EIP Agri (Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktion und Nachhaltigkeit“) innovative Projekte in ländlichen Regionen. Dieses Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Forschung, Beratung und weiteren Akteuren, um ressourceneffiziente und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Deutschland war hier Vorreiter und setzte das EIP Agri-Programm bereits in der Förderperiode 2014-2020 um.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Ein zentrales Element der Leader-Strategie ist die Einbeziehung der Bevölkerung. Zu Beginn jeder Förderperiode wird eine lokale Entwicklungsstrategie gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet. Diese Strategie definiert relevante Themen, Handlungsfelder und klare Ziele für die Region. Dabei können die Schwerpunkte je nach Region variieren. Ein weiteres Ziel ist es, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhalten und zu verbessern. Projekte, die das gemeinschaftliche Leben fördern, sind dabei besonders gefragt.
So unterstützt LEADER auch kulturelle Vorhaben, die Transformationsprozesse im ländlichen Raum anstoßen. Beispiele aus vergangenen Förderperioden sind unter anderem ein Jugend-Filmakademie und ein grenzüberschreitendes Lyrikfestival zwischen Österreich und Italien. Diese Projekte zeigen, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Leben im ländlichen Raum sein kann und wie wichtig es ist, das Kulturerbe zu schützen und zugänglich zu machen.
Das Engagement für die regionale Entwicklung und die Förderung von Projekten mit lokalem Mehrwert ist nicht nur eine Aufgabe für die Politik, sondern erfordert auch das Mitwirken von Vereinen, kommunalen Einrichtungen und kleinen sowie mittelständischen Unternehmen. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Projektanmeldung finden Interessierte unter www.sauwald-pramtal.at.