Am 15. Jänner 2026 fand in St. Roman ein faszinierender Bilderabend statt, der von der Bezirksgruppe Schärding des Naturschutzbunds OÖ organisiert wurde. Die Veranstaltung zog 55 Teilnehmer an, darunter Naturschützer, Vogelkundler und Jäger, die sich für die geheimnisvolle Welt des Uhus, der weltgrößten Eule, interessierten. Klaus Pöschl, der vier Uhu-Reviere betreut, hielt einen aufschlussreichen Vortrag, in dem er Videos und Fotos dieser beeindruckenden nachtaktiven Tiere präsentierte.
Pöschl informierte das Publikum darüber, dass Uhus in den 1990er Jahren fast ausgerottet waren. Dank intensiver Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprogramme hat sich die Population jedoch erholt, und heute gibt es im Bezirk Schärding einen gesicherten Bestand. Der Infoabend sollte vor allem die Bedeutung des Uhus in der Nahrungskette hervorheben. Diese majestätischen Vögel jagen nicht nur jagdbares Wild, sondern auch Arten wie Krähen und Elstern, die von Landwirten und Jägern als „Schadvögel“ angesehen werden.
Der Uhu: Eine faszinierende Rückkehr
Der Uhu war in Deutschland bis zu seiner Unterschutzstellung in den 1930er Jahren stark verfolgt worden. Intensive Jagd führte zur Ausrottung des Uhus bis auf etwa 40 Paare in den bayerischen Alpen, Nordbayern, Thüringen und Sachsen. Ab den 1960er Jahren stabilisierten rechtliche Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprogramme die Uhu-Population. Aktuell brüten in Bayern etwa 300 Uhu-Paare (Stand: 2004), insgesamt sind es in Deutschland rund 2.000.
Interessanterweise wurde der Uhu 2016 aus der Roten Liste gefährdeter Arten in Bayern entlassen und gilt formal nicht mehr als gefährdet. Dies ist jedoch nicht das Ende der Herausforderungen für diese beeindruckenden Vögel. Trotz der positiven Bestandsentwicklung gibt es weiterhin Sorgen über den stark zurückgehenden Nachwuchs in Bayern, Thüringen und Teilen Baden-Württembergs. Veränderungen in der Kulturlandschaft durch intensive Landwirtschaft und die jährlichen Verluste durch menschliche Einwirkungen, wie Stromschläge und Verkehrsunfälle, machen dem Uhu zu schaffen.
Herausforderungen und Schutzmaßnahmen
Der Uhu brütet vorwiegend in Steinbrüchen, die durch Abbau und Verfüllung gefährdet sind. Freizeitaktivitäten wie Klettersport, Wandern und Kanufahren erhöhen den Störungsdruck auf Uhu-Lebensräume, insbesondere in den Mittelgebirgen. Kooperationen mit Kletterverbänden haben zwar bereits Störungen durch Sportkletterer reduziert, doch die kontinuierliche Betreuung bleibt eine Herausforderung. Neuere Natursportarten, insbesondere Mountainbiking und Geocaching, stellen eine wachsende Bedrohung dar, da sie oft in Brutgebiete eindringen.
Zusätzlich zu den Störungen durch Menschen wird der Uhu auch durch natürliche Fressfeinde und Nahrungsmangel bedroht. Viele Uhus leben in Steinbrüchen und Abbaustätten, die nach dem Abbau oft verfüllt werden, was ihre Lebensräume gefährdet. Stromschläge und Kollisionen im Verkehr sind häufige Todesursachen für Uhus in Bayern. Die Sicherung gefährlicher Mittelspannungsmasten ist bekannt, aber die Umsetzung hinkt hinterher. Ein Rückgang der Todesfälle ist erst seit 2017 festzustellen.
Insgesamt zeigt sich, dass der Uhu, obwohl er sich in den letzten Jahrzehnten erholt hat, weiterhin auf umfassende Naturschutzmaßnahmen angewiesen ist, um die Erfolge des Artenschutzes zu sichern. Die Diskussion rund um den Uhu, die sowohl das Publikum bei der Veranstaltung in St. Roman als auch Experten und Naturschützer beschäftigt, verdeutlicht die Komplexität der Herausforderungen, die der Schutz dieser eindrucksvollen Eule mit sich bringt.
Für weitere Informationen über die Gefährdung und Schutzmaßnahmen des Uhus können Sie die Webseite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt besuchen oder den Artikel des Landesbundes für Vogelschutz nachlesen.