Am Sonntag, dem 3. Mai 2026, feiert das Stadtmuseum Schärding eine ganz besondere Aktionswoche zum Internationalen Museumstag. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird das Leben der Bauern im 17. Jahrhundert und die Bauernaufstände von 1626 in den Fokus gerückt. Die Gäste erwartet ein spannendes Programm, das eine anschauliche Darstellung des Lebens, Arbeitens und Kämpfens der Menschen jener Zeit bietet. Die Öffnungszeiten sind von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, und für Fragen können Interessierte das Museum unter der E-Mail-Adresse stadtmuseum@schaerding.ooe.gv.at kontaktieren.
Die PRAMTALER MUSEUMSWOCHE findet vom 1. bis 10. Mai 2026 statt und bietet ein spezielles Angebot: Ein Ticket gilt für zwei Museen, und es gibt Eintrittsermäßigungen in sieben teilnehmenden Museen. Es wird darauf hingewiesen, dass einige Museen um freiwillige Spenden bitten. Insgesamt nehmen 73 Museen mit etwa 200 Programmpunkten in ganz Oberösterreich an dieser Veranstaltung teil. Ein Highlight wird sicher die thematische Auseinandersetzung mit den Bauernaufständen sein, die in der Region eine bedeutende Rolle spielten.
Historischer Kontext der Bauernaufstände
Die Situation in Oberösterreich war zwischen 1597 und 1626 durch Unruhen geprägt, insbesondere in Gebieten wie Garstental, Salzkammergut und Mondseeland. Im Jahr 1620 wurde das Land ob der Enns vom Kaiser an den bayerischen Kurfürsten Maximilian verpfändet, was als Abgeltung für dessen Unterstützung im Dreißigjährigen Krieg diente. Diese Verpfändung führte zu verstärkter Unruhe, da Truppen der katholischen Liga und Bayern gewaltsam durch das Land zogen. Adam Graf Herberstorff, der am 20. August 1620 bayerischer Statthalter wurde, begann mit der Rekatholisierung des Landes, was zu Spannungen zwischen evangelischen Adligen und Bauern führte.
Im Jahr 1625 kam es zu ersten Aufständen, die in den Natternbacher und Frankenburger Revolten gipfelten. Diese Aufstände waren eine Reaktion auf die Zwangsverpflichtung katholischer Pfarrer. In Frankenburg kam es zu einem grausamen Exempel, als 36 Bauern gezwungen wurden, um ihr Leben zu würfeln, wobei 17 von ihnen exekutiert wurden. Am 17. Mai 1626 führte eine Wirtshausrauferei mit bayerischen Soldaten zu blutigen Aufständen, wobei Stefan Fadinger zum Anführer der rebellierenden Bauern im Hausruck- und Traunviertel wurde.
Die Eskalation der Konflikte
Die Unruhen breiteten sich aus, und etwa 40.000 Bauern standen unter Waffen. Sie besiegten die Truppen Herberstorffs bei Peuerbach und eroberten fast ganz Oberösterreich. Zwischen dem 6. Mai und 30. Juni 1626 belagerten die Bauern Freistadt und konnten die Stadt einnehmen. Am 24. Juni 1626 begannen sie die Belagerung von Linz, wo Fadinger verwundet wurde und am 5. Juli 1626 starb. Christoph Zeller wurde bei der Belagerung von Linz am 18. Juli tödlich verwundet, und Achaz Wiellinger übernahm die Führung der Bauern.
Die bayerischen Truppen unter General Gottfried Heinrich von Pappenheim sowie kaiserliche Truppen unter Oberst Hans Christoph von Löbl marschierten ins Land. In mehreren Schlachten, darunter Neuhofen-Gschwendt und Emlinger Holz, erlitten die Bauern schwere Niederlagen, und insgesamt gab es etwa 12.000 tote Bauern. Nach diesen Niederlagen wurden die städtischen Anführer hingerichtet und zur Schau gestellt. Ein neuer Aufstand im Jahr 1627 blieb erfolglos, gefolgt von weiteren gescheiterten Erhebungen in den 1630er Jahren, angeführt von Johann Jakob Greimbl und Martin Eichinger.
Die Ereignisse des 17. Jahrhunderts sind nicht nur ein bedeutender Teil der Geschichte Oberösterreichs, sondern auch ein wichtiger Aspekt der sozialen und politischen Entwicklungen in Europa zur damaligen Zeit. Die Bauernaufstände verdeutlichen die tiefen gesellschaftlichen Spannungen und die Herausforderungen, mit denen die ländliche Bevölkerung konfrontiert war, und sie sind ein bedeutendes Thema, das im Rahmen der PRAMTALER MUSEUMSWOCHE weiter erforscht wird. Weitere Informationen zu diesen spannenden historischen Kontexten finden Sie auf ooegeschichte.at.




