Im malerischen Billigheimer Bruch im Landkreis Südliche Weinstraße hat ein bemerkenswertes Projekt für Aufsehen gesorgt. Die Naturstiftung Südpfalz hat mit dem „Vielfelt“-Acker ein innovatives Vorhaben ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Artenvielfalt durch gezielte Flächennutzung zu fördern. Ein eindrucksvolles Drohnenbild zeigt den Acker, der in zwölf Streifen unterteilt ist, auf denen verschiedene Kulturen angebaut werden. Ein zusätzlich geschaffener Biotopkorridor zwischen Rohrbach und Billigheim unterstützt die biologische Vielfalt und bietet Lebensraum für verschiedene Tierarten.

Der Anstoß für dieses Projekt kam von einer Frau, die im vergangenen Jahr unsicher war, wie sie ihre landwirtschaftliche Fläche nutzen sollte. Gleichzeitig suchte ein Landwirt nach Möglichkeiten zur Flächennutzung. Hier entstand eine Win-win-Situation, die nun nicht nur der Natur, sondern auch der lokalen Landwirtschaft zugutekommt. Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie auf der Seite der Rheinpfalz.

Biotopmanagement im Billigheimer Bruch

Der „Vielfelt“-Acker ist Teil eines umfassenderen Biotopmanagementkonzepts, das in diesem ehemaligen torfreichen Moorgebiet umgesetzt wird. Die Fläche erstreckt sich über 54 Hektar und beherbergt eine Vielzahl von Lebensräumen, darunter wechselfeuchte Wiesen, Schilfflächen, Fließ- und Stillgewässer sowie bewirtschaftete Ackerflächen. Das Projekt wird von der NVS NaturStiftung Südpfalz in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband Südpfalz (NVS) und der Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim verantwortet.

Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Vogelarten, die hier beobachtet werden kann. Knapp 90 Arten, darunter seltene Vertreter der Roten Liste wie Bekassine, Kiebitz und Rohrweihe, finden in diesem Lebensraum ein Zuhause. Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Verbuschung, Übernutzung durch intensive Beweidung und die Folgen der Entwässerungen aus den 1930er Jahren stellen die Verantwortlichen vor große Aufgaben. Maßnahmen wie der Wiederaufbau des alten Ökosystems und die partielle Wiedervernässung sind entscheidende Schritte zur Erhaltung dieser wertvollen Lebensräume.

Nachhaltigkeit und Bildung

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist der Klimaschutz. Der Erhalt von Torfresten im Boden trägt zur Minderung von Treibhausgasen bei. Zudem wird die Flächennutzung an die Bedürfnisse von Wiesenvögeln und Amphibien angepasst, um ein artenreiches Refugium für Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche zu schaffen. Die extensive Bewirtschaftung der Ackerflächen ist ein Schlüssel zur Schaffung dieser Lebensräume. Darüber hinaus wird ein Konzept zur Besucherlenkung entwickelt, um Spaziergänger zu sensibilisieren und die notwendigen Scheuchdistanzen zu gewährleisten.

Für die Umsetzung dieses ambitionierten Biotopmanagements sind jedoch Spenden erforderlich, da die ehrenamtliche Unterstützung nicht mehr ausreicht. Es bleibt zu hoffen, dass die lokale Gemeinschaft und Naturliebhaber diese wertvolle Arbeit unterstützen und dazu beitragen, dass dieses Projekt weiterhin erfolgreich betrieben werden kann. Weitere Informationen über die Erfolge der Naturstiftung finden Sie auf ihrer Webseite unter NVS NaturStiftung.

Das Engagement von Menschen für die Natur und der Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sind essentielle Schritte, um die Biodiversität in unserer Region zu bewahren. In Zeiten des Klimawandels und der fortschreitenden Urbanisierung ist es wichtiger denn je, solche Initiativen zu unterstützen.