Die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Rohrbach setzt sich eindringlich für die Realisierung eines Kreisverkehrs an der Grillkreuzung in Oepping ein. Die Dringlichkeit des Themas wird durch einen Hilferuf von Oeppinger Unternehmern unterstrichen, die auf die gefährliche Verkehrssituation aufmerksam machen. In einem tragischen Vorfall wurden jüngst zwei Lehrlinge unverschuldet auf ihrem Arbeitsweg von einem Auto erfasst und verletzt. Solche Ereignisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die Sicherheit an Kreuzungen deutlich zu verbessern.
Die Gespräche der Wirtschaftskammer Rohrbach mit zuständigen Stellen haben in den letzten Monaten intensiv zugenommen. Andreas Höllinger, der Bezirksstellenobmann, betont die Notwendigkeit sicherer Straßen für die Gesundheit der Menschen. Die Schaffung des Kreisverkehrs an der Grillkreuzung hat dabei oberste Priorität. Neben diesem konkreten Vorhaben fordert die Wirtschaftskammer auch bauliche Anpassungen an weiteren Unfallhäufungsstellen in Neufelden, Altenfelden, Putzleinsdorf und Lembach.
Verkehrssicherheit durch Kreisverkehre
In Deutschland werden Kreuzungen zunehmend durch Kreisverkehre ersetzt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Diese Verkehrsführung sorgt in der Regel für einen sicheren Ablauf und hat einige Vorteile. Dazu zählen geringere Geschwindigkeiten beim Durchfahren, eine bessere Übersichtlichkeit, ein flüssigerer Verkehrsfluss sowie geringere Standzeiten im Vergleich zu Ampelanlagen. Trotz dieser Vorteile sind viele Verkehrsteilnehmer jedoch unsicher im Umgang mit Kreisverkehren, was die Notwendigkeit von Aufklärung und Schulung unterstreicht (HUK).
Die Wirtschaftskammer Rohrbach regt auch eine Diskussion über Ampelregelungen, fixe Radarkästen zur Tempolimitüberwachung und verbesserte Beleuchtung an gefährlichen Stellen an. Michael Schaubmeier, der Bezirksstellenleiter, weist zudem auf die Verzögerungen an Kreuzungen hin, die nicht nur die Sicherheit beeinträchtigen, sondern auch zu einem Verlust von Arbeitszeit führen.
Faktoren für erhöhte Sicherheit
Kreisverkehre an Landstraßen gelten als verkehrssichere Knotenpunkte, doch ein Großteil der Unfälle an diesen Stellen geschieht bei Dunkelheit. Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die die Technische Universität Dresden beauftragte, ereignen sich über 50% der Unfälle an außerörtlichen Kreisverkehren in der Dämmerung oder bei Dunkelheit (BASt). Die Analyse untersuchte verschiedene Faktoren, die zur Erkennbarkeit der Kreisverkehre beitragen und gab Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit in diesen Bereichen.
Die Untersuchung ergab, dass Zufahrten mit Abkröpfung und Verschwenkung im Annäherungsbereich geringere Unfallraten aufweisen als gerade Linienführungen. Auch die Breite des Fahrbahnteilers spielt eine Rolle: Dreieckige Formen führen zu weniger Unfällen. Lichttechnische Analysen zeigten, dass retroreflektierende Markierungsnägel die Erkennbarkeit von Kreisverkehren bei Dunkelheit verbessern können. Diese Erkenntnisse sollten in die Fortschreibung des Regelwerks für Kreisverkehre einfließen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.
Die Forderungen der Wirtschaftskammer Rohrbach und die Ergebnisse der aktuellen Forschung sind ein wichtiger Schritt in Richtung sichererer Straßen. Nur durch gezielte Maßnahmen und kontinuierliche Diskussionen kann der Verkehr in der Region nachhaltig sicherer gestaltet werden.