In der kleinen Stadt Ried im Innkreis tut sich Großes im Bereich der Kunst und Selbstwahrnehmung. Elisabeth Mader, eine gebürtige Riederin und talentierte Bodypainterin, hat mit ihrem neuen Buch „Vom Sehen zum Fühlen“ eine faszinierende Perspektive auf die Form der Körperbemalung eröffnet. Bodypainting, eine Kunstform, bei der der menschliche Körper als Leinwand dient, ist mehr als nur ein ästhetischer Akt; es ist eine Reise zu sich selbst, die nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch das innere Empfinden verändert.
Die Kunst des Bodypaintings ist vergänglich. Nach dem Malen folgt oft ein kurzes Fotoshooting, bevor die Farben unter der Dusche verschwinden. Mader legt besonderen Wert auf das persönliche Erlebnis der Models, was ihre Arbeit zu etwas Einzigartigem macht. Ihre Ausbildung war alles andere als klassisch: Sie sammelte ihre Erfahrungen beim Zeichnen, Basteln, Tanzen, Theater und Bühnenbildern, bevor sie sich zur Makeup-Artistin ausbilden ließ. Workshops und Learning-by-Doing führten dazu, dass sie ihre eigene, unverwechselbare Technik entwickelte.
Kunst und Emotion
Elisabeth Mader hat in ihrer Karriere bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem beim World Bodypainting Festival 2017 in Kärnten. Jedes Bodypainting stellt eine neue Herausforderung dar, denn kein Körper und kein Bild sind identisch. Die Dauer eines Paintings variiert stark: Von 90 Minuten für einfache Farbgestaltungen bis hin zu mehreren Stunden für komplexe Motive – Mader plant ganze Tage für Aufträge, die das persönliche Erleben betonen.
Ein besonderes Projekt, das sie durchführte, war „Superheld“, bei dem die Themen von den Modellen selbst kamen. Bodypainting hat die Kraft, den Blick auf das eigene Selbst zu verändern. Viele Menschen erleben ein neues Körpergefühl, während sie sich in Farben hüllen. Automatische Selbstkritik tritt in den Hintergrund und macht Platz für einen wohlwollenden Blick auf den eigenen Körper. Berührungen und die Haptik des Pinsels helfen, Unsicherheiten zu lösen – so konnte eine Klientin nach einer starken Gewichtsabnahme durch Bodypainting ihren Körper besser annehmen. Mader betont, dass Bodypainting keine Therapie ist, aber den Mut, Neues auszuprobieren, viel bewirken kann.
Kulturelle Wurzeln der Körperbemalung
Die Praxis der Körperbemalung hat historische Wurzeln, die bis in die Steinzeit zurückreichen. Steinzeitmenschen verwendeten natürliche Pigmente wie Ocker und Manganoxid, um ihre Körper zu schmücken. Körperbemalung hatte in vielen Kulturen eine tiefere Bedeutung: Bei Indianern symbolisierte Rot Krieg und Erfolg, während Blau Niederlage darstellte. In Papua-Neuguinea wurde sie genutzt, um soziale Stellung zu signalisieren. Auch in der westlichen Welt erlebte die Körperbemalung in den 1960er Jahren ein Wiederaufleben durch Body-Art, was die Relevanz dieser Kunstform unterstreicht.
Die Europäische Bodypaintervereinigung, die 2001 gegründet wurde, veranstaltet die Weltmeisterschaft der Körper- und Gesichtsbemalung, das World Bodypainting Festival. Diese Veranstaltungen zeigen nicht nur die Kunstfertigkeit der Bodypainter, sondern auch die kulturelle Vielfalt und Bedeutung der Körperbemalung über verschiedene Epochen und Regionen hinweg.
Ein emotionales Erlebnis
Elisabeth Mader behandelt in ihrem Buch die psychologischen Effekte von Bodypainting. Bei einer Lesung ihres Buches hatten viele Zuhörer Tränen in den Augen, was die Bedeutung und den emotionalen Tiefgang des Themas verdeutlichte. Diese emotionale Verbindung zur Kunst zeigt, wie stark Körperbemalung das Selbstwertgefühl beeinflussen kann.
In einer Welt, in der Körperbilder ständig hinterfragt werden, bietet das Bodypainting eine Möglichkeit, sich selbst neu zu entdecken und die eigene Wahrnehmung zu verändern. Elisabeth Mader ist mit ihrer Kunst und ihrem Buch ein wichtiger Beitrag zu dieser Diskussion und eröffnet eine neue Sichtweise auf das, was es bedeutet, im eigenen Körper zu leben.
Für mehr Informationen über Elisabeth Mader und ihre Kunstform, besuchen Sie bitte die Quelle: Tips.at.