Was geht in Ried? Bei der Diskussionsveranstaltung „Sharing is caring!? Teilzeit im Gespräch“, die von Frau in der Wirtschaft Ried und dem Hotspot Innviertel organisiert wurde, standen die verschiedenen Facetten der Teilzeitarbeit im Mittelpunkt. Gastgeberin Katharina Anna Ecker, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Ried, moderierte die Veranstaltung in der Raiffeisenbank Ried.

Die Zahlen sind klar: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in Österreich arbeitet in Teilzeit, bei den Frauen sind es sogar 50%. Diese Verteilung wirft viele Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau im beruflichen Umfeld. Andrea Eckerstorfer, Geschäftsführerin des Hotspot Innviertel, betonte in ihrer Einführung die Vielschichtigkeit des Themas und hob hervor, dass Teilzeitarbeit nicht nur eine individuelle, sondern auch eine strukturelle, politische und gesellschaftliche Bedeutung hat.

Chancen und Herausforderungen

Im Rahmen von Podiumsdiskussionen diskutierten Experten aus verschiedenen Branchen über die Vor- und Nachteile moderner Arbeitszeitmodelle. So brachten die „Job Twins“ Maria Schwendinger und Heike Stein von FACC ihre Erfahrungen mit flexiblen Arbeitsformen ein, während Alois Wiesinger, CTO von FILL, über lebensphasenorientierte Beschäftigung referierte. Darüber hinaus gab Dagmar Inzinger-Dorfer von der Raiffeisenbank wichtige Einblicke in die Mitarbeitermotivation während der Karenzzeit.

Ein weiteres Highlight war der Beitrag von Maria Musel, die als Vertreterin des Krankenhauses Ried die organisatorischen Herausforderungen mit einer hohen Teilzeitquote thematisierte. Lisa Kinast von LeitnerLeitner beleuchtete die steuerlichen und pensionsrechtlichen Aspekte, die mit Teilzeitarbeit verbunden sind. Diese Perspektiven zeigen, dass die Gleichstellung in der Arbeitswelt nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist, sondern auch massive wirtschaftliche Auswirkungen hat, wie ams.at verdeutlicht.

Persönliche Einblicke und Emotionen

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die persönlichen Geschichten der Teilnehmenden gelegt. In einer lebhaften Publikumsdiskussion teilten pflegende Angehörige, karenzierte Väter und Unternehmerinnen ihre Erfahrungen und Herausforderungen im Arbeitsalltag. Es wurde deutlich, dass das Thema Teilzeit viele Emotionen weckt. In vielen Familien bleibt der Mann Vollzeit beschäftigt, während die Frau oft nur etwa 50% arbeitet. Diese Verteilung hat sich trotz des Elterngelds kaum verändert und wirft die Frage auf, wie Gleichstellung in der Erwerbsarbeit wirklich erreicht werden kann. Ungleichheiten, die auch in der rechtlichen Abhandlung über die Gleichstellung festgeschrieben sind, bleiben nach wie vor relevant, wie auch die Süddeutsche Zeitung betont.

Der Abend bot den Anwesenden nicht nur einen tieferen Einblick in die Herausforderungen rund um Teilzeitarbeit, sondern auch einen Raum für neue Ideen und Ansätze. Die Diskussionen und der Austausch sollen jedenfalls als Anstoß dienen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt zu fördern und weitere Schritte in Richtung einer gerechteren Zukunft zu unternehmen.