Was geht in Ried? Am 16. Oktober lädt der Präsident des Centers für Strategische Analysen, Walter Feichtinger, zu einem spannenden Vortrag im Sparkassen-Stadtsaal ein. Unter dem Titel „Weltordnung im Umbruch“ wird Feichtinger die aktuelle internationale Lage beleuchten, insbesondere das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. In einer Zeit, in der die geopolitischen Spannungen hoch sind, verspricht dieser Abend aufschlussreiche Einblicke.
Feichtinger wird nicht nur die Folgen des Gipfeltreffens für die globale Geopolitik diskutieren, sondern auch die zunehmende Unsicherheit für die Verbündeten der USA thematisieren. Ein wichtiger Aspekt wird die Rolle der großen Mächte Indien und China im weltpolitischen Kontext sein. Im Vortrag wird Feichtinger auch die hybride Kriegsführung als ein wesentliches Element der modernen Konfliktführung ansprechen, das von Falschinformationen bis zu Cyberangriffen reicht. Diese Form der Auseinandersetzung hat die Grenzen zwischen Krieg und Frieden verwaschen und wird zunehmend als Machtinstrument genutzt.
Die geopolitischen Spannungen im Fokus
Spannend ist auch, dass Trump und Putin bereits ein weiteres Treffen für Ende Februar planen, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Dies wurde kürzlich vom russischen stellvertretenden Außenminister Sergei Rjabkow bekannt gegeben. Ein solches Treffen könnte einen deutlichen Kurswechsel in der US-Außenpolitik darstellen, die sich traditionell als Verteidiger einer globalen regelbasierten Ordnung sieht. Kristine Berzina, Geschäftsführerin von Geostrategy North, äußerte diesbezüglich Bedenken über den möglichen Vertrauensverlust in die USA als Verbündeten.
Russland sieht die USA als Gegner und betrachtet den Konflikt in der Ukraine als einen direkten Kampf gegen die NATO. Die jüngsten Äußerungen von Trump, in denen er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Mitschuld am russischen Überfall zuschob, haben zudem für Aufregung gesorgt. Selenskyj wies diese Vorwürfe zurück und kritisierte Trump für seine Desinformation, was die Spannungen weiter anheizt.
Hybride Kriegsführung als Herausforderung
Feichtinger betont, dass hybride Kriegsführung eine flexible Mischung aus militärischen und nicht-militärischen Mitteln darstellt. Diese Form der Kriegsführung, die verstärkt von Russland, China und Iran genutzt wird, zielt darauf ab, die gesellschaftliche Ordnung zu destabilisieren. Hierbei kommen kostengünstige Technologien wie soziale Medien zum Einsatz, um Machtziele zu verfolgen und Manipulation zu betreiben. Expert:innen sehen darin ein wirksames Instrument, um politischen Druck auf Kontrahenten auszuüben und ihre Gefügigkeit zu erreichen.
Mit all diesen Entwicklungen wird klar, dass der geopolitische Umbruch noch lange nicht vorbei ist. Feichtinger prognostiziert, dass diese Unsicherheiten uns noch viele Jahre begleiten werden, ohne einen klaren Ausgang. Wer sich also für internationale Beziehungen und die Herausforderungen der modernen Welt interessiert, sollte sich den 16. Oktober ganz rot im Kalender markieren. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.
Für interessierte Leser:innen gibt es mehr Informationen über den Vortrag auf Mein Bezirk. Weitere Erklärungen zur geopolitischen Lage und den angesprochenen Themen finden Sie bei DW und Wikipedia.