Am 30. September hat die Unimarkt Handels GmbH eine bedeutende Entscheidung getroffen: Die Marke Unimarkt wird in naher Zukunft eingestellt. Damit steht die Zukunft von rund 90 Standorten in Österreich, darunter auch vier Filialen im Bezirk Perg, auf der Kippe. Was genau passiert mit den Geschäften in Langenstein, Saxen, Waldhausen und Schwertberg?

Die Unimarkt-Filialen in der Region werden bald auf ein Franchise-System umgestellt, was bedeutet, dass die Geschäfte künftig von verschiedenen Franchisepartnern geführt werden. Bürgermeister Christian Aufreiter hat jedoch schon einige gute Nachrichten parat. Die Filiale Unimarkt Schwarzl in Saxen bleibt erhalten und wird unter einer anderen Marke weitermachen. Das Team vor Ort und der Standort bleiben gleich. Auch für Unimarkt Meindl in Waldhausen gibt es Entwarnung: Die Filiale wird bestehen bleiben, lediglich der Großhändler wechselt. Allerdings gibt es zum Standort in Schwertberg derzeit noch keine Informationen; hier bleibt ein Statement des Betreiber-Teams abzuwarten.

Franchise und die Auswirkungen auf die Nahversorgung

Die Umstellung auf Franchise betrifft insgesamt 65 der 124 Standorte der UniGruppe. Diese Veränderungen haben weitreichende Konsequenzen, sicherlich auch für die ländlichen Regionen, die bekanntlich unter einem Rückgang von Lebensmitteleinzelhändlern leiden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Anzahl der Geschäfte in peripheren Gebieten um bis zu 20 % gesunken ist. Christian Prauchner, Obmann des Bundesgremiums Lebensmittelhandel, hebt hervor, dass lokale Nahversorger für kleinere Gemeinden unverzichtbar sind, um eine Grundversorgung und Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Die Unimarkt Handelsgesellschaft, die zur UniGruppe gehört, plant neben der Umstellung auch eine Erweiterung von Nah&Frisch-Hybridstandorten. Diese Strategie soll helfen, die Nahversorgung in ländlichen Regionen zu verbessern und den Herausforderungen, vor denen diese Gebiete stehen, entgegenzuwirken. Dies ist besonders relevant, da die Versorgung der Bevölkerung in 382 österreichischen Gemeinden ohne Nahversorger zunehmend problematisch wird.

Wirtschaftliche Situation und Herausforderungen

Die vergangenen Geschäftsjahre waren für die UniGruppe herausfordernd. Trotz eines Umsatzanstiegs von über 6 % im geschäftsjahr 2023/24, auf beachtliche 474 Millionen Euro, bedarf es gezielter Reformen, um die Nahversorgung langfristig zu sichern. So steht die Gruppe mit rund 3.100 Mitarbeitenden, darunter circa 1.490 in Zentrale und Eigenfilialen sowie die restlichen bei Franchisepartnern, vor der Herausforderung, den Service und die Verfügbarkeit in den ländlichen Regionen zu stärken.

In Anbetracht dieser Entwicklungen wird klar: Die Nahversorgung in ländlichen Gebieten muss dringlich unterstützt werden. Um künftigen Schließungen von Lebensmitteleinzelhändlern entgegenzuwirken, sind eine Reihe von Maßnahmen gefordert, wie Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen und attraktive Zuverdienstmöglichkeiten für Pensionist:innen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen auf die Stimme des Lebensmittelhandels hören und Lösungen erarbeiten, die die Grundversorgung der Bevölkerung in Zukunft sicherstellen.

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