Am 5. März 2026 findet am Hauptplatz in Perg eine besondere Veranstaltung statt: Die Speakers‘ Corner zum Weltfrauentag. Von 10.30 bis 12 Uhr organisiert die Frauenberatung Perg ein Forum, das Frauen die Möglichkeit bietet, sich zu Themen wie Frauenarmut, der gerechten Aufteilung unbezahlter Arbeit und der Lohnlücke auszutauschen. Hierbei sollen kreative Beiträge in Form von Poetry-Slam, Musik und Tanz die Diskussion bereichern. Die Anmeldung erfolgt unter office@frauenberatung-perg.at, und das ist unabhängig davon, ob man selbst einen Beitrag leisten möchte oder nicht.

Der 8. März, als Internationaler Frauentag bekannt, wird traditionell genutzt, um auf die Gleichstellung der Geschlechter, die Anerkennung und den Respekt für Frauen sowie auf Gewaltfreiheit aufmerksam zu machen. Die Anfänge dieser Protestbewegungen reichen über 100 Jahre zurück, und trotz vieler Errungenschaften gibt es auch heute noch erhebliche Herausforderungen. Die Zunahme von Angriffen auf Frauenrechte, insbesondere in Ländern wie Polen und Ungarn, verdeutlicht die aktuelle Dringlichkeit, die Selbstbestimmung und reproduktiven Rechte von Frauen zu schützen.

Die Lohnlücke im Fokus

Ein wichtiges Thema, das auch im Rahmen der Speakers‘ Corner angesprochen wird, ist die anhaltende ökonomische Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Der Equal Pay Day fällt am 7. März 2025, einen Tag vor dem Internationalen Frauentag. Er symbolisiert, bis zu welchem Datum Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten, um die Lohnunterschiede zu verdeutlichen. Der Gender Pay Gap in Deutschland sank zwar von 18 % (2023) auf 16 % (2024), jedoch bleibt der bereinigte Gender Pay Gap bei 6 %, was eine Lohndifferenz von etwa 250 Euro monatlich und 3000 Euro jährlich ausmacht.

Die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), Petra Bentkämper, kritisiert die anhaltende Diskriminierung von Frauen bei gleicher Arbeit und fordert eine Stärkung des Entgelttransparenzgesetzes. Laut Ursula Braunewell, der ersten Vizepräsidentin des dlv, ist die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie in deutsches Recht essenziell, um Lohntransparenz zu gewährleisten und Diskriminierung zu bekämpfen.

Historische und internationale Perspektiven

Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist nicht neu. Ein historisches Foto von 1978 zeigt eine Demonstration in Mainz gegen Lohndiskriminierung, und das Thema ist nach wie vor von großer Relevanz. Im Jahr 2022 lag der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen in Deutschland bei 22,81 Euro, was 4,24 Euro weniger ist als der der Männer (27,05 Euro). Auch im europäischen Vergleich steht Deutschland mit einem Gender-Pay-Gap von rund 18 % nicht gut da, während der EU-Durchschnitt bei 12 % liegt.

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Trotz des Entgelttransparenzgesetzes von 2017, das Lohngleichheit fördern soll, bleibt die Wirkung gering: Nur 30 % der Unternehmen veröffentlichen Berichte zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit. Ein schwacher Auskunftsanspruch für Beschäftigte sorgt dafür, dass viele Frauen ihre Rechte nicht nutzen. Ein aktueller Fall, in dem eine Frau gegen ungleiche Bezahlung klagte, zeigt, dass rechtliche Schritte notwendig sind, um Diskriminierung zu bekämpfen.

Die kommenden Tage und die Speakers‘ Corner bieten eine wertvolle Gelegenheit, über diese Themen zu diskutieren und sich zu vernetzen. Die Errungenschaften des Feminismus, wie die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe seit 1989 und die Schaffung von Frauenhäusern und Beratungsstellen, zeigen, dass Engagement und Solidarität weiterhin unerlässlich sind, um eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten.