Die politische Bildung ist ein zentrales Thema in Österreichs Schulen, und ein aktuelles Beispiel dafür liefert die 4c der Mittelschule Perg Stadtzentrum. Diese Klasse nahm kürzlich an der „Werkstatt für Demokratie in Oberösterreich“ im Linzer Landhaus teil. In diesem Rahmen hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich intensiv mit Landespolitik, demokratischen Abläufen und den Medien auseinanderzusetzen. Insgesamt 18 Klassen aus ganz Oberösterreich waren an der Veranstaltung beteiligt und erlebten einen lehrreichen Austausch mit Politikerinnen und Politikern vor Ort.
Im Zuge der Veranstaltung beschäftigten sich die Schüler mit Recherchen, verfassten eigene Texte und bereiteten gezielt Fragen für einen direkten Austausch mit Landtagsabgeordneten vor. Bürgermeister Anton Froschauer (ÖVP) und Gabriele Knauseder (SPÖ) standen den Jugendlichen Rede und Antwort. Die Ergebnisse ihrer Recherchen wurden in Form einer Zeitung aufbereitet, die die Schüler selbst gestalteten. Landtagspräsident Max Hiegelsberger, der die Bedeutung frühzeitigen Demokratieverständnisses hervorhob, unterstrich, wie wichtig es ist, dass junge Menschen sich für Politik und Mitbestimmung interessieren. Diese Initiative fördert nicht nur das Wissen über politische Abläufe, sondern auch das Engagement der Schülerinnen und Schüler.
Einblick in die Werkstatt für Demokratie
Die „Werkstatt für Demokratie“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der fünften bis neunten Schulstufe. In der ersten Februarwoche öffnete das Linzer Landhaus erneut seine Türen für diese bedeutende Veranstaltung, bei der Workshops zu Themen wie den Funktionen des Landtags und der Rolle der Medien angeboten werden. Die Workshops, die unter dem Titel „Dein Landtag Oberösterreich“ und „Dein Landtag Oberösterreich und die EU“ stattfinden, dauern jeweils vier Stunden und bieten den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die politische Landschaft Österreichs.
Ein zentraler Bestandteil der Werkstatt ist der direkte Austausch mit Abgeordneten aller im Landtag vertretenen Fraktionen. Die Schüler hatten die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und so einen direkten Kontakt zur politischen Realität herzustellen. Diese Erfahrungen sind für die Jugendlichen nicht nur lehrreich, sondern tragen auch dazu bei, ein reflektiertes und selbstbewusstes Politikbewusstsein zu entwickeln.
Die Rolle der politischen Bildung
Die politische Bildung in Österreich hat das Ziel, ein reflektiertes und (selbst)reflexives Politikbewusstsein bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf aktuelle politische Fragestellungen, historische Zusammenhänge und die Einflussmöglichkeiten der Lernenden auf Entscheidungen gelegt. Die politische Bildung ist nicht nur ein Unterrichtsprinzip, sondern auch als eigenständiger Gegenstand oder Kombinationsfach in den Lehrplänen verankert. Durch exemplarische Annäherungen an politische Problemfälle wird das Politikbewusstsein der Schüler gestärkt, was für die Gestaltung der Gesellschaft, Demokratie und Menschenrechte von großer Bedeutung ist.
In diesem Kontext ist die Werkstatt für Demokratie ein hervorragendes Beispiel für die Umsetzung politischer Bildung in der Praxis. Die Schülerinnen und Schüler erlernen nicht nur theoretisches Wissen, sondern erwerben auch praktische Fähigkeiten, die sie in ihrem späteren Leben als aktive Bürger benötigen. Weitere Informationen zu den Ergebnissen und Aktivitäten sind online unter ooe-landtag.at/information-und-bildung verfügbar.
Für die 4c der Mittelschule Perg Stadtzentrum war die Teilnahme an der Werkstatt für Demokratie nicht nur eine lehrreiche Erfahrung, sondern auch ein wichtiger Schritt in die aktive Mitgestaltung ihrer politischen Umgebung. Solche Initiativen sind entscheidend, um das Interesse an der Politik zu wecken und die nächste Generation von Bürgern auf ihre Rolle in der Demokratie vorzubereiten.