In der Malerbranche tut sich einiges, und das nicht nur in Deutschland. Vor kurzem wurde der Malerroboter „Paint Buddy“ des Farbenherstellers Synthesa erstmals auf einer Baustelle in Österreich eingesetzt. Vom 3. bis 20. November 2025 fand die Premiere auf einer Wohnbaubaustelle in Kufstein in Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Rieder Bau statt. Christian Marx, Leiter Anwendungstechnik bei Caparol, einer Marke der Synthesa-Gruppe, hob die technische Unterstützung des Roboters hervor, die den Arbeitsalltag der Maler revolutionieren könnte.
Der „Paint Buddy“ ist nicht einfach nur ein Werkzeug, sondern ein autonom arbeitender Roboter, der in der Lage ist, Flächen zu erfassen und sich selbstständig entlang der Wände zu bewegen. Mit einer Airlessdüse sorgt er für einen gleichmäßigen Farbauftrag und zeigt besonders auf großen Flächen seine Stärken. Ziel des Einsatzes ist es, Nacharbeit zu reduzieren und die körperlich anstrengenden Arbeiten wie das Schleifen zu erleichtern. Synthesa sieht großes Potenzial in dieser Technologie, die in Zusammenarbeit mit dem Partner Okibo weiterentwickelt wird. Der Roboter wird über ein Mietsystem angeboten und benötigt einen speziell geschulten Operator. Weitere Innovationen stehen in den Startlöchern: Es gibt zwei Ausführungen des Roboters, eine für großflächige Baustellen und eine für den Wohnungsbau. [Quelle]
Effizienzsteigerung durch Robotertechnologie
Ein anderes Beispiel für den Einsatz von Robotern in der Malerbranche zeigt der Malereibetrieb temps GmbH aus Neustadt, Niedersachsen. Als eines der Pionierunternehmen setzt temps den Concept-Roboter ein, der seit etwa fünf Monaten erfolgreich getestet wird. Ulrich Temps, geschäftsführender Gesellschafter, betont, dass der Mensch im Handwerk unersetzlich bleibt, der Roboter jedoch unterstützend wirken kann. Mit der Hilfe des Roboters kann ein Mitarbeiter auf bis zu drei Baustellen gleichzeitig arbeiten, was die Produktivität erheblich steigert.
Besonders relevant ist die aktuelle Situation des Fachkräftemangels im Malerhandwerk. Viele Maler sind über 40 Jahre alt und gehen in den nächsten 17 Jahren in Rente. Der Concept-Roboter kann mühevolle Arbeiten über Kopf übernehmen und trägt somit zur Gesundheit der Beschäftigten bei. Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass 70% der Maler und Lackierer glauben, dass Roboter bis 2040 in der Branche unterstützend tätig sein werden. Der Roboter erleichtert monotone Tätigkeiten und schafft Freiraum für filigrane Handwerkskunst. [Quelle]
Die Zukunft des Malerhandwerks
Robert Sachs, ein Malermeister aus Berlin, zeigt, wie wichtig es ist, zukünftige Technologien zu adaptieren. Er testet seit einigen Jahren den „MalerRoboter“ des Startups ConBotics und nutzt diesen auf großen Baustellen, um monotone Arbeiten wie das Spritzen großer Flächen zu übernehmen. Sachs hebt hervor, dass der Roboter nicht dazu gedacht ist, Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern die Mitarbeitenden zu entlasten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird als unvermeidlich angesehen, auch wenn es im Handwerk noch Skepsis gibt.
Zusätzlich zu Robotern nutzt Sachs auch Tools wie ChatGPT für Textarbeiten und Angebotserstellungen, um Zeit zu sparen und personalisierte Angebote zu erstellen. Seiner Meinung nach ist die Erprobung neuer Technologien essenziell, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Er sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel zur Überbrückung des Fachkräftemangels und zur Erleichterung der Arbeit im Handwerk. [Quelle]
Insgesamt lässt sich sagen, dass Roboter und moderne Technologien eine vielversprechende Zukunft für das Malerhandwerk darstellen. Sie bieten nicht nur Unterstützung bei der Effizienzsteigerung, sondern tragen auch dazu bei, die gesundheitlichen Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine könnte das Handwerk grundlegend verändern.





