Oberösterreich hat eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die unter dem Namen „OÖ Hausordnung“ bekannt ist. Diese Initiative zielt darauf ab, ein respektvolles Zusammenleben in einem vielfältigen Bundesland zu fördern. In einer Zeit, in der Zuwanderung, gesellschaftlicher Wandel und unterschiedliche Wertvorstellungen Herausforderungen darstellen, ist das Bestreben nach einem harmonischen Miteinander von großer Bedeutung. Die Kampagne wird durch verschiedene Formate wie Out-of-Home (OOH), Print und digital unterstützt, um möglichst viele Bürger:innen zu erreichen und die gemeinsame Wertebasis für die Bewohner:innen in Oberösterreich zu verdeutlichen. Weitere Details zur Kampagne finden sich in einem Artikel auf horizont.at.

Der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, hat Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel mit der Erstellung dieser Hausordnung beauftragt. Der Prozess zur Entwicklung dieser Regeln wurde in Zusammenarbeit mit dem Soziologen Kenan Güngör vom Institut „think.difference“ durchgeführt. In diesem Dialog wurden sowohl Expert:innen als auch die Bevölkerung in die Ausarbeitung einbezogen. Die Grundlage für die Hausordnung bilden das Integrationsleitbild des Landes Oberösterreich sowie der Nationale Aktionsplan Integration. Insgesamt wurden 13 zentrale Regeln für ein funktionierendes Zusammenleben festgeschrieben, die sowohl in Kurz- als auch in Langfassung ausgearbeitet wurden. Detaillierte Informationen hierzu können auf der Webseite des Landes Oberösterreich nachgelesen werden: land-oberoesterreich.gv.at.

Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Die Kampagne „OÖ Hausordnung“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bedeutung von sozialen Werten für das Zusammenleben in der Gesellschaft immer mehr ins Bewusstsein rückt. Eine Online-Umfrage der GfK in Deutschland hat gezeigt, dass Werte wie Respekt, Gerechtigkeit und Freiheit von den Befragten besonders hoch geschätzt werden. Diese Werte spiegeln den Wunsch nach einem harmonischen, fairen und selbstbestimmten Zusammenleben wider. Respekt, der in 61 Nennungen als besonders wichtig erachtet wird, spielt eine entscheidende Rolle, um friedliches Miteinander zu fördern und Konflikte zu minimieren.

Darüber hinaus ist Gerechtigkeit, die 60 Nennungen erhielt, zentral für die Chancengleichheit und die Reduzierung sozialer Ungleichheiten. Freiheit, die in 59 Nennungen genannt wurde, ermöglicht persönliche Entfaltung und schützt individuelle Spielräume. In einer Zeit, in der traditionelle Werte wie Pflichtbewusstsein und Leistungsbereitschaft zunehmend an Bedeutung verlieren, ist es wichtig, soziale Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Vertrauen zu fördern. Diese Werte sind entscheidend für den Zusammenhalt in einer komplexen Welt und unterstützen stabile Beziehungen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen der Zukunft erfordern eine Balance zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung. Besonders in Zeiten der Digitalisierung, die einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Werten haben wird, ist es entscheidend, Maßnahmen zu ergreifen, die den sozialen Zusammenhalt fördern. Die „OÖ Hausordnung“ ist ein Schritt in diese Richtung und zeigt, wie wichtig es ist, eine gemeinsame Wertebasis zu schaffen, um ein respektvolles und harmonisches Miteinander zu gewährleisten.