Die ersten warmen Tage des Jahres haben in Linz die jährliche Wanderung der Kröten zu ihren Laichgewässern eingeläutet. Diese faszinierenden Amphibien machen sich nun auf den Weg, um ihre Eier abzulegen. Doch in der modernen Welt sind sie dabei großen Gefahren ausgesetzt, insbesondere durch den Straßenverkehr. Um die Kröten zu schützen, hat die Naturkundliche Station (NaSt) in Linz Krötenschutzzäune errichtet, die an stark befahrenen Straßen aufgestellt wurden. Diese Zäune befinden sich in Kleinmünchen am Langen Zaun nahe dem Wasserwald, in Ebelsberg an der Mönchgrabenstraße und am Auergütlweg, wo seit dem Vorjahr ebenfalls ein Zaun betreut wird. Das Ziel dieser Maßnahmen ist der Schutz der heimischen Amphibienbestände vor dem Straßentod, wie die Umwelt- und Naturschutzreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger betont.
Der Krötenzaun, der etwa 30 Zentimeter hoch und aus Kunststoff besteht, hat eine wichtige Funktion: Er verhindert, dass die Kröten die Straße überqueren. Stattdessen gelangen die Tiere, die versuchen, den Zaun zu umgehen, in spezielle Fangkübel, die regelmäßig kontrolliert und geleert werden. Die gefangenen Kröten werden sicher über die Straße transportiert und auf der anderen Seite wieder freigelassen. Diese Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren bereits tausende Kröten gerettet, was zeigt, wie effektiv der Einsatz von Krötenschutzzäunen ist.
Die Wanderung der Amphibien
Im Winter und Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind, machen sich viele Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Wie eine aktuelle Lageeinschätzung vom 19. Februar zeigt, wird ein milder Luftstrom erwartet, der die ersten Amphibien hervorlockt. So wurden bereits Spring- und Grasfrösche sowie Bergmolche am Oberrhein gesichtet, und es wird erwartet, dass sie auch in anderen Regionen Deutschlands bald sichtbar werden. Im Norden und Osten Deutschlands müssen die Böden jedoch zunächst auftauen, was die Laichwanderung verzögert. Laut Deutschem Wetterdienst wird die milde Phase bis zum 26. Februar andauern, bevor es vorübergehend kälter wird. Der Höhepunkt der Wanderungen wird nicht vor Mitte März erwartet.
Um den Amphibienschutz weiter zu unterstützen, suchen Naturschutzgruppen aktiv Helfer*innen, die sich beim Aufstellen und Kontrollieren der Schutzzäune engagieren. Interessierte müssen keine Vorkenntnisse mitbringen, da die Saison in der Regel zwei bis drei Monate dauert. Zudem bietet der NABU einen Wissens-Kurs an, um wichtige Informationen über Amphibienschutz und Artenunterscheidung zu vermitteln. Eine interaktive Schutzzaun-Datenbank ermöglicht es, Informationen zu Zaunstandorten und deren Betreuern zu verwalten und zu aktualisieren.
Ein landesweites Anliegen
Die Herausforderungen, vor denen die Amphibien stehen, sind nicht nur in Linz zu beobachten. In Mecklenburg-Vorpommern beginnt ebenfalls die Saison der Krötenwanderungen, wo viele ehrenamtliche Naturschützer Folienzäune an Straßen errichten, um die Tiere zu schützen. Schätzungen zufolge engagieren sich dort zwischen 50 und 100 ehrenamtliche Helfer im Amphibienschutz. Die Maßnahmen sind vollständig ehrenamtlich organisiert und benötigen das Einverständnis der unteren Naturschutzbehörde. Kröten sind ortstreu und kehren zu ihrem Geburtsgewässer zurück, was ihre Gefährdung durch den Straßenverkehr umso alarmierender macht.
Die Zahl der Kröten und anderer Amphibien nimmt ab, was unter anderem auf den Straßenverkehr und die wachsende Waschbär-Population zurückzuführen ist. Die größten Amphibien-Populationen befinden sich in naturräumlichen Gebieten mit vielen Kleingewässern, wie der Seenplatte oder der Feldberger Seenlandschaft. Auf der Insel Usedom werden jährlich rund 2,3 Kilometer temporäre Schutzanlagen während der Krötenwanderung errichtet und kontrolliert. Informationen über Fangaktionen und Krötenzäune sind über die Website des NABU MV unter www.kroetenzaeune.de verfügbar, und interessierte Helfer können sich beim BUND oder NABU melden, um sich aktiv im Amphibienschutz zu engagieren.