In Linz-Land wird derzeit ein wegweisendes Projekt in der Elektromobilität umgesetzt, das nicht nur die Zukunft des Transports revolutionieren könnte, sondern auch einen bedeutenden Schritt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen darstellt. Die Schachinger Logistik und Powerlink H2 haben sich zusammengetan, um Europas größten Logistik-Batteriespeicher in Hörsching zu errichten. Diese innovative Batteriespeicheranlage hat eine beeindruckende Kapazität von 60 MWh und eine Anschlussleistung von 30 MW, die darauf abzielt, die Flotte von Elektrolastwagen (E-Lkw) effizient mit Strom zu versorgen. Am Standort verkehren täglich zwischen 250 und 300 Lkw, 300 Transporter sowie 300 bis 400 Pkw, was den hohen Strombedarf unterstreicht, den die Umstellung auf E-Fahrzeuge mit sich bringt. Die CO₂-Emissionen am Standort belaufen sich auf etwa 30.000 Tonnen pro Jahr, während die jährlichen Kosten für Diesel rund 13 Millionen Euro betragen, was die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lösung deutlich macht. Quelle.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird ein Batterie-Energiespeichersystem (BESS) implementiert, das nicht nur die E-Mobilität unterstützt, sondern auch in Spitzenbedarfszeiten, bei Stromausfällen oder hohen Preisen zum Einsatz kommt. Die Anlage besteht aus zwölf Containern mit Lithium-Eisenphosphat-Technologie und ist direkt mit einem firmeneigenen Solarpark gekoppelt, was eine Autarkie von rund 95% ermöglicht. Die Projektkosten belaufen sich auf 20 Millionen Euro, und die Bauzeit ist auf 8 Monate angesetzt, mit einer Fertigstellung im dritten Quartal 2026. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner hat das Projekt als entscheidend für die Verfügbarkeit von Sonnenenergie gelobt und die Strategie „Roadmap to Zero“ von Schachinger Logistik, die eine Dekarbonisierung zum Ziel hat, hervorgehoben. Ab 2026 sollen keine neuen Lkw mit Verbrennungsmotor mehr angeschafft werden, was einen klaren Fokus auf die Elektrifizierung bedeutet.
Nachhaltigkeit und Emissionsreduktion
Die Materialauswahl für die Batterien spielt eine zentrale Rolle in der Nachhaltigkeitsdebatte. Der Begriff CF bezieht sich auf das 100-jährige globale Erwärmungspotenzial (GWP) eines Produkts oder Prozesses, basierend auf der IPCC-Bewertung von 2021. In der Modellierung der Emissionen wurden Materialien wie Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit berücksichtigt, während andere Materialien wie Kupfer und Aluminium ausgeschlossen wurden, da sie nicht spezifisch für Lithium-Ionen-Batterien sind. Bottom-up-Emissionskurven wurden für Lithium, Nickel und Kobalt entwickelt, um die Emissionen realistisch abzubilden. Quelle.
Die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen von Batterie-Elektrofahrzeugen sind zudem ein wichtiges Thema. Laut einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) produzieren Elektroautos in Europa über ihren gesamten Lebenszyklus 73% weniger Treibhausgasemissionen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, einschließlich der Produktion der Batterien. Diese Zahlen sind eine Verbesserung von 24 Prozentpunkten im Vergleich zu den Schätzungen von 2021 für das Jahr 2025. Während E-Autos bei der Produktion etwa 40% höhere Emissionen verursachen als Verbrenner, werden diese nach etwa 17.000 Kilometern Fahrleistung ausgeglichen. Zudem wird erwartet, dass bis Ende 2025 erneuerbare Energien 56% des europäischen Stroms erzeugen, was die Emissionsreduzierung weiter steigern könnte. Quelle.
Mit der Kombination aus innovativer Technologie, nachhaltiger Energieerzeugung und einer klaren Strategie zur Reduzierung von Emissionen setzt das Projekt in Hörsching Maßstäbe für die Zukunft der Elektromobilität in Europa. Die enge Verzahnung von Forschung, Entwicklung und praktischer Umsetzung wird entscheidend dafür sein, die gesteckten Klimaziele zu erreichen und die Mobilität von morgen umweltfreundlicher zu gestalten.