Heute ist der 5.03.2026 und wir werfen einen Blick auf die Entwicklung des Einwegpfandsystems in Linz-Land, das nun seit einem Jahr in Kraft ist. Der Obmann des Bezirksabfallverbands (BAV), Walter Lazelsberger, zieht eine positive Bilanz: Die österreichweite Sammelquote für Einwegpfand auf PET-Flaschen und Alu-Dosen liegt bei beeindruckenden 81,5 Prozent. Ein Ziel, das bis 2027 auf 90 Prozent angehoben werden soll. Diese Maßnahmen haben nicht nur die Sammelquote verbessert, sondern auch dazu beigetragen, den achtlosen Umgang mit Verpackungen zu verringern.

Die Einführung des Pfandsystems hat spürbare Auswirkungen auf die Sammelmengen in den Altstoffsammelzentren (ASZ). Diese sind zurückgegangen, da viele Bürger nun ihre Einwegverpackungen direkt über das Pfandsystem zurückgeben. Bis Ende 2024 werden die Verpackungen jedoch sowohl über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne als auch über die ASZ gesammelt. Ein positiver Aspekt ist, dass die Entgelte für die Sammlung entfallen, was in der Bevölkerung gut ankommt, auch wenn anfangs Gewöhnungsschwierigkeiten auftraten.

Herausforderungen und Fortschritte

Trotz der Fortschritte gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Trennung von kleinen und großen Kunststoffverpackungen stellt die ASZ vor Probleme. Während nur bestimmte große Verpackungen wie Eimer und Kanister über 5 Liter im ASZ angenommen werden, gehören kleinere Leichtverpackungen in den Gelben Sack. Dies führt zu einem erhöhten Beratungsaufwand für das Personal, da viele Bürger unsicher sind.

Eine praktikable Lösung wurde jedoch für die Big Bags gefunden, und auch wenn geschäumte Kunststoffverpackungen oft schwer zu unterscheiden sind, leisten die ASZ bereits einen hohen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft mit einer Recyclingquote von 80 Prozent. Das Ziel bleibt, die ASZ kontinuierlich weiterzuentwickeln, um die Rückführung von Sekundärrohstoffen zu optimieren.

Das Pfandsystem im Detail

Um die Akzeptanz des neuen Systems weiter zu steigern, sind umfassende Informationen zur Mülltrennung und zu den neuen Regeln im ASZ notwendig. Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass es viele Regeln zur Rückgabe von Getränkepackungen gibt, die nicht immer klar sind. So tragen Einwegverpackungen ein Pfand-Logo, während Mehrweg-Flaschen oft keine einheitliche Kennzeichnung aufweisen. Einweg-Verpackungen, die in Mehrwegkästen liegen, sind häufig schwer zu identifizieren, da sie das Symbol PET-Cycle tragen.

Das Pfand für Mehrweg-Flaschen liegt in der Regel bei 8 oder 15 Cent, während Einweg-Verpackungen mit einem Pfand von 25 Cent belegt sind. Einweg-Getränkeverpackungen müssen gesetzlich deutlich als pfandpflichtig gekennzeichnet sein. Ab dem 1. Januar 2024 werden auch Einweg-Kunststoffflaschen für Milch und Milchmischgetränke bepfandet, was einen weiteren Schritt in Richtung umweltfreundlicherer Verpackungen darstellt.

Die Zukunft der Abfallwirtschaft

Die Abfallkosten für Haushalte bleiben stabil, trotz des dynamischen wirtschaftlichen Umfelds. Bezirksabfallverbände garantieren die Entsorgungssicherheit, auch wenn private Marktteilnehmer aus bestimmten Bereichen zurücktreten. Es besteht ein Wunsch nach sach- und lösungsorientierter Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Workshops für Bildungseinrichtungen sollen dazu beitragen, dass jedes Kind im Volksschulalter im Bezirk einmal mit einem Angebot zur Abfalltrennung erreicht wird.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Abfallwirtschaft sind ein wichtiger Schritt, nicht nur für Linz-Land, sondern für ganz Österreich. Indem wir den Umgang mit Verpackungen und Abfall überdenken und anpassen, können wir gemeinsam einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen Mehrweg- und Einwegverpackungen finden Sie in den Ausführungen der Verbraucherzentrale.