Heute ist der 23.02.2026. Rund 450 Jägerinnen und Jäger versammelten sich kürzlich im Kultur- und Seminarzentrum Hörsching zum Bezirksjägertag im Bezirk Linz/Linz-Land. Die Veranstaltung, eröffnet von Bürgermeister Klaus Wahlmüller, thematisierte viele Aspekte der Jagd, darunter die Hegeschau, die Rolle der Jagd in der Kulturlandschaft, den Klimawandel sowie Verantwortung und Ethik in der Jagdausübung. Bürgermeister Wahlmüller betonte die oft unsichtbare, aber verantwortungsvolle Arbeit der Jägerschaft, die eine wichtige Funktion in der Natur und der Gesellschaft erfüllt.
Bezirkshauptmann Manfred Hageneder lobte die Qualität der Trophäen und die Übererfüllung des Abschussplans. Er stellte zudem fest, dass im Bezirk keine Jagdkartenentzüge aus jagdlichen Gründen stattfanden. Dieser Umstand macht den Bezirk zu einem Vorreiter in der Direktvermarktung von Wildbret. Hageneder appellierte an die anwesenden Jäger, einen sicheren Umgang mit Waffen zu pflegen und den Tierschutz stets im Blick zu behalten.
Herausforderungen durch den Klimawandel
Ein zentrales Thema, das sowohl auf dem Bezirksjägertag als auch in der breiteren Diskussion über die Jagd auftaucht, ist der Klimawandel. Bezirksforstinspektor Mathias Lettner warnte vor den Folgen, die dieser für die heimischen Wälder hat. Im Schwarzwald, insbesondere im Rotwildschutzgebiet am Schluchsee, sind viele Bäume stark beschädigt, und es gibt nur wenig Nachwuchs, hauptsächlich bei den Fichten. Der Anstieg des Schalenwilds, wie Hirsche, Rehe und Wildschweine, stellt ein Problem für die Aufforstung dar. Hoher Wilddruck verhindert das Wachstum junger Bäume, was durch kostspielige Einzäunungen und Schutzhüllen nur schwer zu beheben ist.
Statistiken zeigen, dass der Abschuss von Rehen in Deutschland von 632.000 im Jahr 1970 auf 1.286.000 im Jahr 2020 gestiegen ist. Diese hohen Bestände sind teilweise auf Jagdverpachtungen zurückzuführen, die die Jäger dazu anregen, Tiere zu erlegen. Im Bayerischen Jagdgesetz wird gefordert, dass die Bejagung die natürliche Verjüngung ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen sollte. Es zeigt sich, dass über 50% der gewünschten Mischbaumarten aus dem nachwachsenden Baumartenmix herausgefressen werden.
Die Verantwortung der Jägerschaft
Die Verantwortung der Jägerschaft geht über das bloße Erfüllen von Abschusszahlen hinaus. Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner betonte die Werte der Jagd und warnte vor einem unreflektierten Einsatz moderner Technik. Fairness und Ebenbürtigkeit zwischen Jäger und Wild sind essenziell. Viele Aufgaben der Jägerschaft, wie Wildfütterung und Einsätze bei Wildunfällen, werden ehrenamtlich geleistet. Diese engagierte Arbeit wird oft von der Mehrheit der Bevölkerung unterschätzt, die keinen direkten Bezug zur Jagd hat.
Die Jagd ist nicht nur ein Hobby, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Eine angepasste Wilddichte und Naturverjüngung könnten die Kosten für Waldbesitzer erheblich senken und die Waldflächen als Kohlenstoffspeicher erhalten. Vorschläge zur Verbesserung der Jagdpraxis sind unter anderem die Überprüfung und Anpassung der jagdlichen Regelungen sowie die Durchführung effektiver Bewegungsjagden im Winter. Damit könnte die Jagd effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden.
Die Diskussion um die Jagd und ihre Rolle in der Natur wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, besonders im Hinblick auf den Klimawandel und den Schutz unserer Wälder. Der Bezirksjägertag im Bezirk Linz hat gezeigt, dass die Jagd mehr ist als nur ein Zahlenwerk; sie ist eine Verantwortung für Natur, Wild und Gesellschaft. Für weitere Informationen und Details zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Quelle und die zweite Quelle.