In der malerischen Region Linz-Land hat der Landwirt Christoph Wagenhofer aus Leonding einen bemerkenswerten Schritt gewagt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Mit der Pflanzung von 1.600 Bäumen auf seinen Feldern hat er ein Agroforstsystem implementiert, das auf sieben Hektar seiner landwirtschaftlichen Fläche zum Tragen kommt. Diese innovative Methode kombiniert Bäume mit Acker- oder Weideland und stellt eine bewährte, wenn auch oft vergessene, Form der Landwirtschaft dar. Bereits 2015 begann Wagenhofer mit der Planung, und im Jahr 2016 setzte er die ersten Baumreihen in einer Nord-Süd-Ausrichtung mit etwa 30 Metern Abstand an.

Das Agroforstsystem, das Wagenhofer ins Leben rief, ist nicht nur ein ökologischer Beitrag zur Landwirtschaft, sondern auch eine Antwort auf die dramatischen Veränderungen im Klima, die durch die Erderwärmung verursacht werden. Diese Veränderungen äußern sich in Hitzewellen, Trockenheit und Starkregen, die der Landwirtschaft schwer zusetzen. Agroforst hat sich als ein vielversprechendes Konzept zur Anpassung an diese klimatischen Herausforderungen erwiesen. Bäume und Sträucher, die auf Ackerflächen mit Feldfrüchten gepflanzt werden, bieten vielfältige Vorteile, darunter den Schutz des Bodens vor Erosion und die Verbesserung der Bodenaufnahmefähigkeit.

Vorteile des Agroforsts

Die Baumreihen auf Wagenhofers Feldern bieten ein kühleres, feuchteres Mikroklima und helfen, den Wind zu bremsen, was nicht nur Erosion reduziert, sondern auch die Robustheit gegenüber Stürmen erhöht. Diese Gehölzstreifen schaffen zudem einen ökologischen Mehrwert, indem sie Lebensräume für zahlreiche Vogelarten bieten. Wagenhofer, der seinen elterlichen Hof seit 2012 biologisch bewirtschaftet, nutzt auch Düngung durch Kuhmist und eine durchdachte Fruchtfolge, um die Erträge stabil zu halten. Trotz der Tatsache, dass die Ernte in den Baumstreifen manchmal später erfolgt, beobachtet er stabile Erträge.

Ein weiterer Vorteil des Agroforsts ist die Möglichkeit, mehrere Produkte gleichzeitig zu verkaufen, wie zum Beispiel Getreide, Obst, Saft und Holz. Das Holz kann zudem als nachhaltiger Ersatz für fossile Brennstoffe dienen und trägt zur Speicherung von Kohlendioxid in Holz und Boden bei. Trotz dieser zahlreichen Vorteile ist Agroforst in Deutschland noch wenig verbreitet, vor allem in der ökologischen Landwirtschaft von Interesse. Das Dossier „Agroforst 2025“ des Instituts für Welternährung beleuchtet den aktuellen Stand und die Perspektiven der Agroforstwirtschaft in Deutschland und zeigt, dass die Umsetzung oft hinter dem Potenzial zurückbleibt.

Förderung und Zukunftsperspektiven

Die bürokratischen Hürden und komplizierten Förderstrukturen sind häufige Gründe dafür, dass viele Landwirte zögern, Agroforstsysteme einzuführen. Doch ab 2026 wird die Förderung von 200 auf 600 Euro pro Hektar erhöht, und vereinfachte Antragsbedingungen sollen den Einstieg in Agroforst erleichtern. Wagenhofer plant bereits eine weitere Fläche von acht Hektar zu bewirtschaften und möchte das Wissen um traditionelle Kulturlandschaften bewahren. Eine Infoveranstaltung zum Projekt „Dürre aktiv begegnen“ findet am 6. März um 9 Uhr im 44er Haus in Leonding statt, mit Fachvorträgen und Betriebsbesichtigung. Anmeldungen sind bis zum 5. März erforderlich.

Für alle, die sich für die Herausforderungen der Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels interessieren, ist die Teilnahme an dieser Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit. Agroforst stellt eine zukunftsweisende Lösung dar, die nicht nur zur Anpassung an klimatische Veränderungen beiträgt, sondern auch die Biodiversität fördert und den Boden schützt. Wagenhofers Initiative könnte somit ein Vorbild für viele Landwirte sein, die nach nachhaltigen und innovativen Wegen suchen, ihre Landwirtschaft zukunftssicher zu gestalten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den ausführlichen Berichten auf Tips, Ökologisch Unterwegs und im Dossier „Agroforst 2025“ des Instituts für Welternährung.