In der beschaulichen Gemeinde Micheldorf an der Krems hat sich ein beeindruckendes Bandprojekt entwickelt, das weit über die Grenzen der Einrichtung Schön für besondere Menschen hinausstrahlt. Die Band „schön&laut“, bestehend aus Kunden und Betreuern, hat sich durch ihre musikalische Vielfalt und ihren Enthusiasmus einen Namen gemacht. Ihr nächstes Konzert findet am 6. März im Bar-Café Hildegard in Kirchdorf statt, und die Vorfreude ist bereits spürbar. Musikalisch reicht ihr Repertoire von „hoat bis zoat“, wie es Herbert Pürstinger formuliert. Die Initiative geht auf Markus Petter zurück, der seit 28 Jahren als Betreuer in der Einrichtung tätig ist. Unter seiner Leitung hat die Band nicht nur an Größe gewonnen, sondern auch an Popularität.
Manfred Schöller, ein Musikschullehrer, hat das Logo der Gruppe gestaltet, was ein weiteres Zeichen für die kreative Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft ist. Besonders bemerkenswert ist, dass die Band im vergangenen Jahr den 1. Platz beim Inklusionspreis der GSI gewonnen hat, was ihre herausragende Leistung und ihr Engagement für Inklusion unterstreicht. Ulrike Steindler, die agogische Leiterin, hebt die Begeisterung der Kunden während der Proben und Auftritte hervor. Ein weiteres Highlight steht bereits am 17. September an: Die Band wird im Brucknerhaus auftreten, eingeladen von Norbert Trawöger.
Inklusion durch Kunst und Musik
Das Engagement der Band „schön&laut“ spiegelt einen größeren Trend wider, der sich in Deutschland und darüber hinaus abzeichnet. Inklusion im Musikleben gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere für Menschen mit körperlichen oder kognitiven Behinderungen. Laut dem Deutschen Musikinformationszentrum (miz) gibt es zahlreiche Initiativen, die darauf abzielen, Barrieren abzubauen und die Teilhabe an kulturellen Aktivitäten zu fördern. Dazu zählen inklusive Musikschulbands, Rollstuhlpodeste auf Festivals und Audiodeskriptionen in Opernhäusern.
In Deutschland leben schätzungsweise 13,5 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen, von denen 7,8 Millionen als schwerbehindert gelten. Der Weg zu einer gleichberechtigten Teilhabe ist noch lang, jedoch gibt es immer mehr positive Beispiele und Initiativen, die auf eine Veränderung hinwirken. Der Fokus auf Inklusion in der Musik zeigt, wie Kunst als Schlüssel zur Integration fungieren kann, wie auch Jürgen Dusel, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, betont.
Der Inklusionspreis NRW
Ein weiteres bedeutendes Ereignis im Kontext der Inklusion ist der Inklusionspreis, der ab dem kommenden Jahr verliehen wird. Dieser Preis würdigt herausragende Inklusionsprojekte und wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Der Wettbewerb umfasst zwei Phasen und richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die Konzepte für eine Preisstatue einreichen können. Die Jurymitglieder, darunter Karl-Josef Laumann und Claudia Middendorf, werden die Entwürfe bewerten und den Sieger ermitteln.
Die Initiativen zur Förderung der Inklusion im Musikleben zeigen deutlich, dass Kunst und Kultur Brücken bauen können. Projekte wie „schön&laut“ tragen nicht nur zur Sichtbarkeit von Menschen mit Beeinträchtigungen bei, sondern fördern auch ein gemeinsames Verständnis für Vielfalt und Zusammenhalt. Der Weg zur Inklusion ist ein gemeinschaftlicher Prozess, der von jedem Einzelnen getragen wird. Wer mehr über diesen spannenden Prozess erfahren möchte, findet weiterführende Informationen unter diesem Link sowie auf dieser Webseite.