In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Hautkrebsfälle, insbesondere des malignen Melanoms, erheblich gestiegen. Diese besorgniserregende Entwicklung ist vor allem auf veränderte Freizeitgewohnheiten und eine intensivere Sonneneinstrahlung zurückzuführen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, setzt das Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz auf eine innovative Lösung: einen 3D-Ganzkörperscanner, der zur Hautuntersuchung eingesetzt wird. Mit diesem Gerät werden die gesamte Hautoberfläche millimetergenau in wenigen Minuten erfasst. Das KUK ist nicht nur das erste Krankenhaus in Oberösterreich mit einem solchen Scanner, sondern auch das dritte dieser Art in ganz Österreich.

Das neue Gerät nutzt 46 synchronisierte Hochleistungskameras, um ein detailliertes Abbild der Hautoberfläche zu erstellen. Die intelligente Software kartiert automatisch Pigmentmale und dokumentiert Veränderungen, was besonders hochrisikopatienten zugutekommt. „Regelmäßige Hautuntersuchungen sind entscheidend für frühzeitige Diagnosen und bessere Heilungschancen“, betont Wolfram Hötzenecker, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie. Bei der Untersuchung handelt es sich um ein berührungsfreies, strahlungsloses Verfahren, das lediglich wenige Minuten in Anspruch nimmt. Die Kombination mit digitaler Dermatoskopie optimiert zudem die Diagnostik.

Fortschrittliche Diagnosetechnologien

Die Technologie des 3D-Ganzkörperscanners ermöglicht die Erfassung aller Muttermale und pigmentierten Läsionen in einem einzigen Schritt. Bei Verlaufskontrollen werden die Bilder übereinandergelegt, um Veränderungen wie die Entstehung neuer Muttermale oder Veränderungen bestehender Muttermale in Form oder Farbe zu erkennen. Diese Daten dienen als wertvolle Referenz für zukünftige Untersuchungen und erhöhen die Sicherheit der Früherkennung erheblich. Eine KI-gestützte Software erkennt automatisch Veränderungen auf dem Hautabbild und markiert verdächtige Muttermale, die einer Risikobewertung unterzogen werden.

Zusätzlich zur Analyse durch den 3D-Scanner wird in spezialisierten Zentren bei Verdacht auf bösartige Veränderungen die Technik des Schnellschnittmikroskops eingesetzt. Diese nicht-invasive Methode ermöglicht es, Hautzellen live am Bildschirm zu zeigen, wodurch sofortige Diagnosen ohne Gewebeentnahme (optische Biopsie) möglich sind. Die Kombination aus 3D-Scanner und der line-field konfokalen optischen Kohärenztomographie (LC-OCT) bietet eine präzise OP-Planung mit mikroskopisch kontrollierter Chirurgie. Dies reduziert die Notwendigkeit für unnötige Operationen und sorgt für schnellere sowie genauere Diagnosen.

Die Rolle der KI in der modernen Medizin

Die Digitalisierung ist ein zentraler Motor für die Weiterentwicklung der Medizin, wie Geschäftsführer Franz Harnoncourt erläutert. Gesundheitsreferentin Christine Haberlander hebt den Nutzen solcher Innovationen in der Medizin hervor. In der München Klinik wird beispielsweise ein KI-unterstütztes Schnittstellenmikroskop im OP der Dermatologie eingesetzt. Damit können Tumorzellen direkt auf dem Monitor angezeigt werden, was eine schnittrandkontrollierte Chirurgie ermöglicht und oft eine zweite Nach-OP überflüssig macht. Dieser Ansatz kombiniert innovative Bildgebung mit künstlicher Intelligenz, um schnellere und sichere chirurgische Eingriffe mit weniger Belastung für die Patienten zu ermöglichen.

Mit der Einführung des 3D-Ganzkörperscanners und der fortschrittlichen Diagnosetechnologien im KUK wird ein wichtiger Schritt in der Früherkennung von Hautkrebs gemacht. Die Sicherheit und Effizienz dieser Verfahren werden dazu beitragen, die steigenden Hautkrebszahlen in den Griff zu bekommen und die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Die regelmäßige Nutzung solcher modernen Technologien ist entscheidend, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können und die Heilungschancen der Patienten zu erhöhen. Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen finden Sie in den ausführlichen Berichten von Tips und Leading Medicine Guide.