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Der Hallstättersee ist ein wahrer Schatz der Natur, doch war er in den 1970er Jahren von einer ernsthaften Überdüngung betroffen. Damals sorgten Phosphate aus Waschmitteln dafür, dass das Baden im See zur Herausforderung wurde. Um dem entgegenzuwirken, fanden am 28. Mai 1973 erste Gespräche mit dem Amt der oö. Landesregierung statt, um die Abwasserentsorgung im Inneren Salzkammergut zu verbessern. Ein wichtiger Schritt war die Gründung des Reinhaltungsverbandes (RHV) am 16. April 1974 durch die Gemeinden Bad Goisern, Hallstatt und Obertraun. Der Baubeginn eines umfassenden Kanalnetzes folgte bereits 1975.

Seitdem hat sich viel getan. Von den ersten Maßnahmen bis zur modernen Kläranlage in Bad Goisern flossen in den letzten 50 Jahren über 75 Millionen Euro in den Gewässer-, Umwelt- und Klimaschutz. Der Hauptsammler des Verbandes führt von der Kläranlage Anzenau in die wichtigsten Ortsteile und sorgt für eine umweltschonende Abwasserentsorgung.

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Die Entwicklung der Kläranlage

Ein Meilenstein in der Geschichte des RHV war die Entscheidung der Gemeinde Gosau im Jahr 1989, ihre Abwässer ebenfalls in der Kläranlage in Bad Goisern zu reinigen. Bis Ende 2011 gelang es, alle geplanten regionalen Kanalbauvorhaben abzuschließen, was dazu führte, dass mittlerweile 99% des Abwassers umweltschonend gereinigt wird. Die kontinuierliche Anpassung und Erweiterung der Kläranlage, die von Mai 2001 bis Mai 2003 ihre Kapazität von 16.000 auf 22.000 Einwohnerwerte ausbaute, ist ein weiterer Beispiel für das Engagement der Region.

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Die jüngste Erweiterung, die von Februar 2022 bis Mai 2024 unter erschwerten Bedingungen, einschließlich der Coronapandemie und hoher Inflation, stattfand, bringt die Kapazität nun auf beeindruckende 33.000 Einwohnerwerte. Die Kläranlage reinigt das Abwasser mechanisch, biologisch und chemisch, und ist damit eine der modernsten Anlagen in Österreich. Sie erfüllt bereits die neue europäische kommunale Abwasserrichtlinie (UWWTD 2024). Ab Sommer 2024 wird der Jahresstrombedarf für Kläranlage und Kanalisation, der etwa 650.000 kWh beträgt, durch Biogas- und Sonnenenergie gedeckt.

Technische Details und Herausforderungen

Die Kläranlage kann bis zu 180 l/s Schmutzwasser verarbeiten und benötigt dafür eine ausgeklügelte Technologie. So gibt es mehrere Behandlungssysteme, darunter das Triple-A®- und inDENSE®-Verfahren zur biologischen Reinigung und hochmoderne Kohlenstoffabscheidungssysteme. Die Anlage ist auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet, da die EU-Kommission plant, bis zum 31. Dezember 2035 eine vierte Reinigungsstufe für alle großen Kläranlagen vorzuschreiben, um Mikroverunreinigungen in Gewässern weiter zu reduzieren. Diese Win-Win-Situation kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern sichert auch die Wasserqualität im UNESCO-Welterbe Hallstatt – Dachstein / Salzkammergut.

Ein langfristiger Blick auf den Schutz unserer Gewässer ist unerlässlich. Auch wenn in den letzten 40 Jahren viele Fortschritte erzielt wurden, sind die Problematiken rund um Mikroverunreinigungen und resistente Stoffe noch lange nicht gelöst. Die Region ist sich dieser Herausforderung bewusst und arbeitet weiterhin an Lösungen, damit das Wasser rund um den Hallstättersee auch in Zukunft sauber und lebenswert bleibt.

Insgesamt zeigt sich, dass der Reinhaltungsverband Hallstättersee und die gesamte Region ein gutes Händchen für nachhaltige Entwicklung haben. Der Hallstättersee bleibt hoffentlich ein glitzerndes Juwel in der Natur und ein Ort für Erholung und Genuss.