Die Fachschule für Instrumentenbau in Hallstatt hat sich auf internationaler Bühne hervorgetan. Vier talentierte Schüler aus der Schule nahmen am 3. internationalen Instrumentenbauwettbewerb der Philharmonie de Paris teil. Dieser Wettbewerb, der sich dem Thema Bratsche (Viola) widmete, fand vom 14. bis 18. Januar 2026 statt und bot eine Plattform für angehende Geigenbauer aus ganz Europa und Mexiko, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Die Schüler, Stephan Partel (Absolvent 2025), Judith Lusser, Markus Ganser und Benjamin Medicus (4. Klasse), haben gemeinsam zwei Bratschen nach dem Vorbild der Stauffer Viola, die 1615 von Girolamo Amati in Cremona gebaut wurde, angefertigt. Diese historischen Instrumente wurden im Rahmen des Wettbewerbs von einer internationalen Jury bewertet.

Ein Blick hinter die Kulissen des Wettbewerbs

Insgesamt wurden 70 Bratschen aus 25 Nationen eingereicht, und die Bewertung erfolgte in den ersten drei Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Jury, geleitet von Raphaël Pidoux und Jean-Philippe Échard, setzte sich aus renommierten Geigenbauern und Musikern zusammen, darunter Jonathan Marolle (Paris) und Prof. Pauline Sachse (Leipzig). Die besten 15 Bratschen wurden schließlich in einem öffentlichen Blindtest am 17. Januar von Mitgliedern des Orchestre de Paris gespielt.

Die Anonymität der Instrumente wurde dabei gewahrt, indem sie mit einer frischen Nummerierung versehen und hinter einem Vorhang gespielt wurden. Am 18. Januar fand das Finale statt, wo die Teilnehmer erneut anonym bewertet wurden. Hierbei konnten auch die Zuschauer ihren Favoriten wählen, was dem Wettbewerb eine besondere Note verlieh.

Erfolge und Erlebnisse in Paris

Während des Wettbewerbs hatten die Hallstätter Schüler auch die Gelegenheit, Paris zu erkunden. Sie besuchten das Musikinstrumentenmuseum „Cité de la Musique“ und nahmen an Sightseeing-Touren teil, die unter anderem den 50. Internationalen Viola Kongress und die Geigenbauerstraße „Rue de Rome“ umfassten. Ein besonderes Highlight war das „Gipfeltreffen“ der Geigenbauschulen, bei dem ein Austausch mit Kuratoren der Musikinstrumentenmuseen von Paris und Cremona stattfand.

Die Veranstaltung war gut organisiert und bot eine beeindruckende internationale Beteiligung sowie hervorragende Akustik in den Konzertsälen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Gewinner in der Schulkategorie aus Mirecourt, Frankreich, kamen, während der Preis für die beste Bratsche in der Meisterkategorie an einen Geigenbauer aus Hamburg ging. Zudem waren Absolventen der HTBLA-Hallstatt, Szombath Robin und Hertzsch Florian, mit ihren Meisterbratschen vertreten.

Ein bedeutendes Ereignis für die Geigenbaukunst

Der internationale Bratschenbauwettbewerb ist nicht nur eine hervorragende Gelegenheit für aufstrebende Geigenbauer, sich zu präsentieren, sondern auch ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Geigenbaukunst. Solche Wettbewerbe fördern den Austausch von Wissen und Techniken und stärken die Gemeinschaft der Geigenbauer. Weitere Informationen zu ähnlichen Wettbewerben, wie dem Geigenbauwettbewerb in Mittenwald, finden Sie auf alpenwelt-karwendel.de.

Die Schüler aus Hallstatt haben durch ihre Teilnahme an diesem Wettbewerb nicht nur wertvolle Erfahrungen gesammelt, sondern auch gezeigt, dass die Tradition des Instrumentenbaus lebendig ist und weiterhin gedeiht.