In St. Georgen bei Grieskirchen hat sich in den letzten Monaten viel getan. Gerald Nußbichler von der ÖVP hat vor vier Monaten das Amt des Bürgermeisters übernommen. Der Wechsel vom Vizebürgermeister zum Bürgermeister war für den 40-Jährigen eine herausfordernde Aufgabe, trotz seiner jahrelangen Erfahrung in der Politik. Nußbichler beschreibt seine neue Rolle als zeitlich intensive Herausforderung, die eine Vielzahl an Themen umfasst. Besonders wichtig ist ihm der Neubau des Feuerwehrhauses in der Tolleterau, dessen Planung nun in den Gemeinderat eingebracht wird. Ein Grundstück wurde bereits gefunden, der Kaufbeschluss soll in der nächsten Sitzung gefasst werden.
Das Projekt hat ein Budget von 1,5 Millionen Euro und soll nicht nur die notwendige Infrastruktur für die Feuerwehr sichern, sondern auch die Verkehrssicherheit an einer unübersichtlichen Kreuzung erhöhen. Trotz der steigenden Kosten im Sozial- und Pflegebereich kann St. Georgen auf solide Finanzen zurückblicken. Nußbichler führt die finanzielle Stabilität auf die starken Betriebe im Gewerbepark Stritzing und eine sparsame Budgetpolitik zurück. Er betont die Notwendigkeit einer besseren Planung von Investitionen, um die positive Entwicklung der Gemeinde fortzuführen.
Ein Erbe voller Herausforderungen
Gerald Nußbichler tritt das Erbe von Karl Furthmair an, der mit 64 Jahren der längstdienende Bürgermeister in Oberösterreich ist. Furthmair, der fast 33 Jahre im Amt war, wird voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November zurücktreten. Er betont, dass er stolz auf das Erreichte ist und die Aufgabe gerne übernommen hat. Unter seiner Leitung wurde beispielsweise der Wirtschaftspark in Grieskirchen und Tollet ins Leben gerufen, der zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen hat. Diese Erfolge lassen sich auch auf die Ansiedlung von Unternehmen wie Gföllner und Fröling zurückführen.
In der Übergangszeit sieht Nußbichler auch Herausforderungen. Die Gemeinde hat zwar noch kein Defizit, doch die Mittel sind begrenzt. Sorgen um die Gemeindefinanzierung sind präsent, vor allem in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen auf bundespolitischer Ebene. Am 18. Januar 2024 hat das Parlament in erster Lesung einen Gesetzentwurf zur Änderung des Gemeindefinanzreformgesetzes beraten, der unter anderem die Höchstgrenzen für die Verteilung von Mitteln aus der Einkommensteuer auf Kommunen erhöhen soll. Dies könnte für die Gemeinden eine wichtige finanzielle Entlastung darstellen und die Planungssicherheit erhöhen.
Gemeinschaft und Zukunft
Ein weiteres Anliegen von Nußbichler ist der Zusammenhalt in den Vereinen. Ihm liegt viel daran, die positiven Kräfte in der Gemeinde zu stärken und die Lebensqualität für zukünftige Generationen zu erhalten. Projekte wie der Breitbandausbau und sichere Schulwege stehen ebenfalls auf seiner Agenda, um die Attraktivität von St. Georgen zu steigern.
Gerald Nußbichler ist gebürtiger Grieskirchner und seit 2021 als Vizebürgermeister tätig. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen im Alter von vier und acht Jahren. Diese familiäre Bindung motiviert ihn, die Gemeinde mit einem besonderen Blick auf die Zukunft zu gestalten. Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses und der weiteren Entwicklung des Gewerbeparks hat Nußbichler ehrgeizige Pläne, die mit einer soliden finanziellen Grundlage und einer guten Gemeinschaftsstruktur realisiert werden sollen.
Für die Bürgerinnen und Bürger von St. Georgen bleibt es spannend, wie sich die Gemeinde unter der Führung von Gerald Nußbichler weiterentwickeln wird. Die Weichen sind gestellt, und die Zukunft sieht vielversprechend aus.