Ein 20-Jähriger aus Vöcklabruck steht im Mittelpunkt einer Graffiti-Serie, die zwischen Januar 2024 und Mai 2025 im Salzkammergut zahlreiche Schäden verursacht hat. Der Mann wird beschuldigt, in über 30 Fällen schwere Sachbeschädigung begangen zu haben, wobei er unter anderem neu errichtete Retentionsbecken an der A1 sowie Verkehrszeichen und öffentliche WC-Anlagen in Mondsee, St. Gilgen und Scharnstein besprayte. Laut tips.at hat der Beschuldigte größtenteils gestanden und bei einer Hausdurchsuchung wurden Beweismittel sichergestellt, die ihn mit den Straftaten in Verbindung bringen.

Die zunehmende Präsenz von Graffiti und Street Art im öffentlichen Raum ist ein umstrittenes Thema. Bundeskriminalamt.at weist darauf hin, dass während der künstlerische Mehrwert solcher Kunstform immer mehr anerkannt wird, Probleme entstehen, wenn fremdes Eigentum beschädigt wird. Der Großteil der Österreicher zeigt sich offen für legale Graffiti-Projekte, doch die Dunkelziffer jener, die unter illegalem Besprühen zu leiden haben, wird als hoch eingeschätzt.

Die Dimension des Problems

<pEine repräsentative Umfrage ergab, dass 57 % der Befragten in den letzten zwei Jahren von Graffiti betroffen waren, und rund drei Viertel dieser Personen bemerkten die widerrechtlichen Werke an ihrem Wohnobjekt. Jährlich gibt es in Österreich zwischen 4.000 und 5.000 angezeigte Sachbeschädigungen durch Graffiti. Mag. Petra Huber-Lintner von der Bundeskriminalität empfiehlt Geschädigten, die Schäden zu fotografieren und anzuzeigen, um rechtliche Schritte einzuleiten.

Die Strafen für solche Delikte können erheblich sein. Für schwere Sachbeschädigung, wie sie der 20-Jährige vorgeworfen wird, liegen die Strafen gemäß § 125 und § 126 StGB zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Sicherheitsexperten betonen auch, wie wichtig es ist, Kinder über die Folgen von Vandalismus aufzuklären und präventive Maßnahmen wie Beleuchtung und Videoüberwachung zu ergreifen.

Legale Alternativen und künstlerische Freiheit

Um der Problematik des illegalen Graffitis entgegenzuwirken, bieten viele Städte legale Flächen zum Besprühen an. Websites wie Spraycity.at und Wienerwand.at informieren über diese Flächen in Wien und anderen Städten. Diese Initiativen sollen den Künstlern die Möglichkeit geben, kreativ zu sein, ohne dabei rechtliche Grenzen zu überschreiten.

Der Fall des 20-Jährigen zeigt, wie wichtig es ist, zwischen legaler Kunst und Vandalismus zu unterscheiden. Auf seiner Homepage gibt es weitere Informationen zu den Rechtsfragen rund um Graffiti, die sowohl Künstler als auch die Öffentlichkeit interessieren könnten. Während Graffiti und Street Art als Ausdruck der Kreativität und Individualität geschätzt werden, müssen gleichzeitig die Rechte der Eigentümer respektiert werden.