Am 6. Juni wurde in Gmunden ein neuer Abschnitt in der Kinderbetreuung gefeiert: Die offizielle Eröffnung der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung (KBBE) steht ganz im Zeichen von Fortschritt und Fürsorge für die Kleinsten. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander und Bürgermeister Stefan Krapf waren unter den Gästen, die diesen erfreulichen Anlass mit zahlreichen weiteren Interessierten teilten.
Die Einrichtung, die sich in der Miller-von-Aichholz-Straße befindet, bietet derzeit eine Krabbelstube sowie eine Kindergarten-Gruppierung. Ab September wird der Betrieb mit zwei weiteren Krabbelstubengruppen voll aufgenommen. „Wir setzen alles daran, dass in Gmunden kein Kind ohne Betreuungsplatz bleibt“, betont Bürgermeister Krapf die Wichtigkeit der Kinderbetreuung für junge Familien in der Region. Diese Einrichtung stellt nicht nur Platz für Kinder bereit, sondern ist auch eine Übergangslösung bis zum Neubau des Kindergartens Marienbrücke, wo künftig neue Gruppenräume geschaffen werden sollen.
Ein Ort zum Wachsen
„Wir möchten jedes Kind in seiner Einzigartigkeit annehmen und fördern“, so Wilma Kreutner, Leiterin der Krabbelstube und des Kindergartens. Diese pädagogische Haltung spiegelt sich in der täglichen Arbeit wider. Die Schwerpunkte liegen auf Beziehungsarbeit, Spiel und Sprachförderung. Ein Umfeld, das sowohl übersichtlich als auch ansprechend gestaltet ist, fördert die Fantasie der Kinder und motiviert sie zum selbstständigen Spielen. „Gezieltes Beobachten hilft uns, das Potential jedes Kindes zu erkennen“, ergänzt Kreutner.
Die Einrichtung wird zunächst für zwei Jahre genehmigt, kann jedoch zweimal verlängert werden, insgesamt also bis zu sechs Jahre. Der Fokus liegt darauf, Oberösterreich als das Kinderland Nummer 1 zu positionieren, unterstützt durch Förderungen für Gemeinden, die in Kinderbildung und -betreuung investieren. Laut einer aktuellen Studie belegt Österreich im Bereich der Kinderbetreuung im Vergleich zu anderen EU-Staaten lediglich den letzten Platz im Drittel. So haben nur 23 % der unter Dreijährigen Zugang zu formeller Kinderbetreuung, was deutlich hinter Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden liegt, wo die Betreuungsquote über 65 % liegt.
Ein Schritt in die richtige Richtung
„Frühkindliche Bildung ist essenziell für die Zukunft der Kinder und unserer Gesellschaft“, heißt es in der Analyse der Julius Raab Stiftung. Billige und flächendeckende Kinderbetreuungsangebote sind nicht nur für das Bildungsniveau, sondern auch für die soziale Mobilität entscheidend, vor allem für sozial benachteiligte Gruppen. Der Mangel an adäquaten Angeboten hat gerade für Frauen schwerwiegende Folgen, da sie häufig auf Teilzeitarbeit angewiesen sind, was zu geringeren Pensionen führt.
Die neue KBBE in Gmunden könnte somit ein wichtiger Baustein im schwierigen System der Kinderbetreuung in Österreich sein. Sie könnte nicht nur das Angebot verbessern, sondern auch dazu beitragen, dass mehr Familien die notwendige Unterstützung erhalten, um Beruf und Familie besser zu vereinbaren.
Für weitere Informationen über die neue Einrichtung besuchen Sie bitte die Websites von meinbezirk.at und ooe.familienbund.at. Genauere Hintergrundinformationen zur aktuellen Situation der Kinderbetreuung in Österreich finden Sie auch bei ots.at.