In Gmunden wird am Dienstag, den 10. März 2026, um 19 Uhr der Film „Die letzte Botschafterin“ gezeigt, der die bewegende Geschichte der afghanischen Diplomatin Manizha Bakhtari erzählt. Die Regisseurin Natalie Halla hat mit einer Laufzeit von 80 Minuten ein eindringliches Porträt geschaffen, das die Herausforderungen und den Widerstand von Bakhtari während und nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan dokumentiert. Der Film wird in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln präsentiert und von einem Begleitprogramm mit Benefizcharakter begleitet, dessen Erlös für wohltätige regionale Projekte für Frauen und Mädchen bestimmt ist. Dies geschieht unter dem Motto: Bewusstmachen, Stellungnehmen und Handeln.

Manizha Bakhtari war während des dramatischen Abzugs der US-Truppen im Sommer 2021 Botschafterin Afghanistans in Wien. In dieser Zeit erlebte sie nicht nur den Verlust ihrer Regierung, sondern setzte sich auch unermüdlich für die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen ein. Ihr „Daughters-Program“ bietet geheime Ausbildungsprogramme für Schulmädchen und organisiert politischen Widerstand gegen die Taliban. Der Film begleitet Bakhtari im Exil, zeigt ihre Reden vor internationalen Vertretern der Vereinten Nationen und intime Gespräche mit ihrem Mann in Kanada. Dabei thematisiert er auch die Gefahren und Bedrohungen, denen Bakhtari ausgesetzt ist, einschließlich Mordankündigungen.

Ein Blick auf die Hintergründe

Die Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 hat die Situation für Frauen in Afghanistan dramatisch verschlechtert. Die Taliban haben das islamische Recht, die Scharia, eingeführt, was zu massiven Einschränkungen der Rechte und Freiheiten von Frauen führt. Frauen müssen sich verschleiern und haben kaum Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder rechtlichem Schutz. Die Lage ist so ernst, dass die UN prognostizieren, dass die Müttersterblichkeitsrate aufgrund von Bildungs- und Berufsverboten um mindestens 50 % ansteigen könnte.

Bakhtari, die in Kabul Journalismus und Literatur studiert hat, ist 52 Jahre alt und war zuvor Botschafterin für Norwegen. Sie beschreibt die Machtübernahme als den traurigsten Moment ihres Lebens. Trotz der widrigen Umstände bleibt sie in Wien und sieht ihre Arbeit als Zeichen des Widerstandes. Ihre Botschaft in Wien, die sich in der Huttengasse im 16. Bezirk befindet, fungiert nicht nur als diplomatische Vertretung, sondern auch als Ort für Menschenrechte, was den Taliban missfällt. Bakhtari und ihre Mitarbeiter setzen ihre Arbeit fort, obwohl die afghanische Regierung geflohen ist.

Der Film und seine Bedeutung

„Die letzte Botschafterin“ thematisiert nicht nur die direkte Gewalt und Zerstörung in Afghanistan, sondern auch die Auswirkungen auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen. Der Film zeigt eindrucksvoll das Engagement von Einzelpersonen und verschiedene Erscheinungsformen des Feminismus. Bakhtari betont immer wieder ihre Motivation, die Stimmen von Frauen und Mädchen in Afghanistan zu verstärken und ihnen eine Plattform zu bieten. Die Dokumentation wird am 15. August 2025 in den Kinos gezeigt und ist ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung für die Situation in Afghanistan.

Die Vorführung in Gmunden ist auch eine Gelegenheit, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und Unterstützung für Frauen und Mädchen in Afghanistan zu leisten. Neben der filmischen Auseinandersetzung wird es ein Buffet vor und nach dem Film geben, und die Erlöse kommen wohltätigen Projekten zugute. Die Tips verlost zudem dreimal zwei Karten für diese besondere Veranstaltung.

Für weitere Informationen über die Veranstaltung und die Hintergründe der Geschichte von Manizha Bakhtari, besuchen Sie die vollständigen Artikel in den Quellen: Tips und Falter. Darüber hinaus bietet der Bericht über die systematische Unterdrückung der Frauen in Afghanistan einen tieferen Einblick in die aktuellen Herausforderungen, die Frauen dort erleben, und deren erschreckende Realität: Frauenrechte.de.