Im Herzen von Gmunden wird am Dienstag, den 10. März, um 19 Uhr ein ganz besonderer Dokumentarfilm gezeigt: „Die letzte Botschafterin“. Die Kulturinitiative 0816 veranstaltet diese Vorführung in Kooperation mit dem Soroptimist International Club Traunsee anlässlich des Weltfrauentages. Der Film, der 2025 in Österreich produziert wurde und mit einer Laufzeit von 80 Minuten aufwartet, ist nicht nur künstlerisch wertvoll, sondern auch von großer gesellschaftlicher Relevanz. Er wurde beim renommierten Filmfestival in Bologna ausgezeichnet und zieht damit das Interesse vieler Film- und Kulturbegeisterter an.
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht Manizha Bakhtari, die afghanische Diplomatin, die während des Abzugs der amerikanischen Truppen im Sommer 2021 Botschafterin Afghanistans in Wien war. Trotz der widrigen Umstände, die durch die Rückkehr der Taliban geprägt sind, setzt sich Bakhtari unermüdlich für die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen ein. Ihr Engagement wird im Film eindrucksvoll dokumentiert, während sie im Exil in Wien ihren Alltag meistert, Reden vor internationalen Vertretern der Vereinten Nationen hält und private Gespräche mit ihrem Mann in Kanada führt. Bedrohungen und Mordankündigungen, denen sie ausgesetzt ist, verdeutlichen die Gefahren, die sie für ihren Aktivismus in Kauf nimmt.
Ein Film mit einer starken Botschaft
„Die letzte Botschafterin“ thematisiert nicht nur Bakhtaris persönliche Erlebnisse, sondern auch die alarmierende Lage in Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban. Die Dokumentation zeigt die Gewalt und Zerstörung, die das Land heimsuchen, und beleuchtet die systematische Entrechtung von Frauen. Der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und rechtlichem Schutz ist für Frauen in Afghanistan stark eingeschränkt. Der Film ist somit ein eindringlicher Appell, die Augen nicht vor den Missständen zu verschließen.
Das Motto des Abends lautet: Bewusstmachen, Stellungnehmen und Handeln. Vor und nach dem Film wird ein Buffet des Soroptimist International Club Traunsee angeboten, dessen Erlös wohltätigen regionalen Projekten für Frauen und Mädchen zugutekommt. Um die Bedeutung dieser Veranstaltung weiter zu untermauern, verlost Tips drei Mal zwei Karten für den Film, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit den wichtigen Themen auseinanderzusetzen.
Manizha Bakhtari: Eine Stimme für die Entrechteten
Manizha Bakhtari ist mehr als nur die Protagonistin des Films; sie ist eine bedeutende Persönlichkeit im internationalen diplomatischen Raum. Bevor sie Botschafterin in Österreich wurde, war sie in den nordischen Ländern tätig und hat sich seit ihrer Rückkehr der Taliban 2021 verstärkt für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan eingesetzt. Als eine der wenigen Frauen in Afghanistan mit dem Rang einer Botschafterin hat sie ihre Stimme erhoben und kämpft für internationale Unterstützung und Aufmerksamkeit für die Missstände in ihrem Heimatland. Ihre akademischen und literarischen Beiträge, darunter mehrere Werke über Journalismus und Kultur, belegen ihr Engagement für Bildung und Aufklärung.
Die Herausforderungen, mit denen Frauen in Afghanistan konfrontiert sind, sind alarmierend. Seit der Machtübernahme der Taliban hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Frauen haben kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und sind von vielen Berufsbereichen ausgeschlossen. Das kürzlich verabschiedete „Tugendgesetz“ zwingt Frauen zur vollständigen Verschleierung und schränkt ihre Bewegungsfreiheit erheblich ein. Diese systematische Unterdrückung hat zur Folge, dass viele Frauen in Armut leben und keine Möglichkeit haben, für sich und ihre Familien zu sorgen.
„Die letzte Botschafterin“ ist somit nicht nur ein Film über eine mutige Frau, sondern auch ein eindringlicher Aufruf zur Unterstützung der Frauen in Afghanistan. Die Vorführung in Gmunden bietet die Möglichkeit, sich mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen und aktiv zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Film nicht nur unterhält, sondern auch inspiriert und mobilisiert, damit Frauen wie Manizha Bakhtari nicht alleine kämpfen müssen.