In Gmunden tut sich etwas im Bereich der Nachhaltigkeit: Florian Werner, besser bekannt als „Flo“ vom Veranstalterduo „Floro“, hat sich am 1. Februar 2025 mit seiner Firma „Becherflow“ selbstständig gemacht. Sein Unternehmen vermietet Mehrwegbecher für Großveranstaltungen und hat damit einen wichtigen Schritt in Richtung Müllvermeidung unternommen. Mit einem Sortiment von 80.000 Bechern in verschiedenen Größen und Formen, darunter Wein- und Sektbecher, ist er bestens aufgestellt. Die Becher werden an Veranstalter ausgeliefert, nach der Veranstaltung abgeholt und in einer umgebauten Industriegarage gründlich gereinigt. Hygiene hat für Werner höchste Priorität, und das nicht ohne Grund.

In der Region hat Werner bereits zahlreiche Kunden gewonnen, darunter Mario Nussbaumer von den beliebten Streetfood Festivals. Seine Becher finden Anwendung bei Veranstaltungen wie dem Kirtag in Altmünster, dem Mondscheinbummel, dem Schiffsländefest in Gmunden und dem Stadtfest Laakirchen. Einwegbecher sind bei diesen Veranstaltungen nicht mehr erlaubt, was Werners Produkte zu einer umweltfreundlichen Alternative macht. Der Trend geht eindeutig in Richtung Mehrweg, und Werner ist bereit für die Zukunft: Ursprünglich nur im Salzkammergut tätig, erhält er bereits Anfragen von weiter her, sogar für eine Veranstaltung bei der Skisprungschanze Kulm.

Ein Blick auf die Zahlen

Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass das Thema Mehrwegbecher nicht nur in Gmunden von Bedeutung ist. In deutschen Fußballstadien wurden in der Saison 2018/2019 über neun Millionen Einwegbecher verbraucht. Dank der Arbeit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) haben sich Mehrwegbecher in der ersten Bundesliga mittlerweile zum Standard entwickelt. Der Verbrauch von Einwegbechern ist auf rund eine Million gesunken, und nur noch der FC Schalke 04 setzt in der Saison 2022/2023 auf Einweg-Plastikbecher. In der zweiten und dritten Liga jedoch verwenden viele Vereine weiterhin Einwegbecher, was die Umweltbelastung nicht unerheblich erhöht. Biologisch abbaubare Einwegbecher aus Polymilchsäure (PLA) werden häufig als umweltfreundliche Alternative angeboten, können jedoch nicht die Vorteile von Mehrwegbechern ausgleichen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Studien belegen, dass Mehrwegbecher eine deutlich geringere Umweltbelastung aufweisen als ihre Einweg-Pendants. Immer mehr Veranstalter setzen auf diese nachhaltige Lösung, und einige Gemeinden haben bereits entsprechende Vorgaben erlassen. Der Trend zum Sponsoring von Mehrwegbechern nimmt zu, wobei gebrandete Becher oft als Souvenirs von den Besuchern mitgenommen werden. Es stellt sich jedoch heraus, dass unbedruckte Mehrwegbecher umweltfreundlicher sind, da gebrandete Becher aufgrund von Sujetänderungen häufiger ersetzt werden müssen, was zusätzliche Umweltbelastungen verursacht.

Die durchschnittliche Nutzung von neutralen Mehrwegbechern liegt bei etwa 150 Mal, während die Mitnahmequote von gebrandeten Bechern je nach Veranstaltung zwischen 6,5% und 25% schwankt. Um die Umwelt zu schonen, empfehlen Experten, auf Branding zu verzichten und langfristige Sponsoringverträge auszuhandeln, um die Becher nachhaltig zu nutzen. Die ideale Lösung wäre es, neutrale Becher zu mieten und auf kurzfristige Branding-Maßnahmen zu verzichten. Auch die Carbotech AG berät Unternehmen seit 1987 in Basel zu nachhaltigem Wirtschaften und Schadstoffproblemen, was die Wichtigkeit dieses Themas unterstreicht.

In Anbetracht all dieser Aspekte zeigt sich, dass Florian Werners Becherflow nicht nur eine Antwort auf lokale Bedürfnisse ist, sondern auch Teil eines größeren Trends hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche. Durch die Einführung von Mehrwegbechern wird nicht nur Müll vermieden, sondern auch ein Schritt in eine umweltfreundlichere Zukunft gemacht. Mehr Informationen über Werners Firma finden Sie in diesem Artikel.