Das Familieninformationszentrum (FIZ) der Kinder- und Jugendhilfe Freistadt feiert seinen zehnten Geburtstag und blickt auf eine beeindruckende Bilanz zurück. Das FIZ ist bei der Bezirkshauptmannschaft Freistadt angesiedelt und bietet zahlreiche Unterstützungsangebote für Familien in herausfordernden Lebenslagen. Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht, wie wichtig diese Unterstützung ist: Eine junge Mutter fühlt sich mit ihrem schreienden Baby erschöpft, unsicher und allein. Der erste Schritt zur Entlastung ist der Kontakt zum FIZ, wo sie kompetente Hilfe erhält.
Bei der Eltern-Mutterberatung wird die Mutter von einem Team aus Hebamme, Psychologin und Ärztin begleitet. Gemeinsam entwickeln sie Strategien, um besser mit den Herausforderungen des Babys umzugehen. Sie erhält auch psychologische Beratung, um ihre Belastungen zu reflektieren. Die Unterstützung geht über die erste Beratung hinaus: Das Netzwerk der „Frühen Hilfen“ begleitet die Familie weiterhin. Eine Familienhebamme besucht die Mutter regelmäßig zu Hause und vermittelt praktische Tipps, um das Vertrauen in die Elternrolle zu stärken und kleine Probleme zu vermeiden.
Netzwerk der Frühen Hilfen
Die „Frühen Hilfen“ sind ein zentrales Element der Unterstützung für junge Eltern. Sie zielen darauf ab, ein gesundes und gewaltfreies Aufwachsen der Kinder zu gewährleisten. Die ersten Lebensmonate und -jahre sind entscheidend für die Entwicklung der Kinder. Die Bundesstiftung Frühe Hilfen unterstützt werdende und junge Eltern in schwierigen Situationen und stellt jährlich 51 Millionen Euro für die Förderung von Netzwerken und psychosozialer Unterstützung bereit. Im Rahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ kommen zusätzlich 50 Millionen Euro für 2021 und 2022 dazu.
Diese Netzwerke bieten lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfsangeboten, die sich besonders auf Eltern mit Kindern in den ersten drei Lebensjahren konzentrieren. Der leitende Referent der Kinder- und Jugendhilfe, Oswald Hons, hebt die Nachhaltigkeit vernetzter Hilfe hervor. Das FIZ in Freistadt ist ein Beispiel dafür, wie durch gezielte Unterstützung Konflikte handhabbar werden können. Der ältere Sohn der Familie, der sich aufgrund von Mobbing bei der Schulsozialarbeit meldete, erhält ebenfalls Unterstützung durch Gespräche und Workshops, um die Situation zu entschärfen. Die Familie wird umfassend durch Familiensozialarbeit und eine Psychologin unterstützt.
Effektive Prävention und Unterstützung
Die „Frühen Hilfen“ bieten präventive Unterstützung ab der Schwangerschaft für Familien mit kleinen Kindern und reagieren flexibel auf die individuellen Bedürfnisse. Durch die Angebote wird das Präventionsdilemma überwunden, bei dem bedürftige Familien oft Schwierigkeiten haben, Zugang zu Hilfsangeboten zu finden. Unterstützung erfolgt durch die Sicherstellung von Netzwerkstrukturen und psychosoziale Begleitung durch Familienhebammen und -pfleger. In 98% der Jugendamtsbezirke gibt es mittlerweile ein Netzwerk Frühe Hilfen, und in 86% der geförderten Kommunen sind Familienhebammen aktiv.
Die Familie in Freistadt blickt nun gestärkt in die Zukunft. Das Baby hat ruhigere Phasen, die Mutter fühlt sich sicherer, und der Sohn geht wieder gern zur Schule. Auch wenn nicht alle Konflikte verschwunden sind, sind sie jetzt handhabbar geworden. Die verschiedenen Unterstützungsangebote, die das FIZ bereitstellt, zeigen, wie wichtig es ist, dass Familien in ihrer Lebenswelt erreicht und unterstützt werden. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen ist entscheidend, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten.
Weitere Informationen zu den „Frühen Hilfen“ und deren Angeboten finden Sie auf den Webseiten der Bundesstiftung Frühe Hilfen und Frühen Hilfen. Die nachhaltige Unterstützung für Familien zeigt, wie wichtig es ist, in der frühen Kindheit anzusetzen und Eltern die nötige Hilfe an die Hand zu geben.