Im Bezirk Freistadt brennt ein Thema, das vielen Patienten auf den Nägeln brennt: die langen Wartezeiten auf geplante Operationen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat tief in die Materie eingetaucht und möchte nun die Erfahrungen der Betroffenen wissen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien zielt darauf ab, wichtige Informationen über die Vorreihungen auf Wartelisten zu sammeln. So wird Menschen, die in den letzten drei Jahren eine solche Operation hatten, eine Stimme gegeben, um ihre Erlebnisse anonym zu teilen. Die Befragung dauert lediglich 10 bis 15 Minuten und die Antworten werden streng vertraulich behandelt. [Tips] berichtet, dass die AK besonders auf Feedback aus Freistadt angewiesen ist, um konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeiten zu können.

Lange Wartezeiten und deren Folgen sind jedoch kein neues Thema. Laut einer IFES-Studie, die im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich erstellt wurde, empfinden über die Hälfte der unselbständig Beschäftigten in der Region die Wartezeiten als erhebliche Belastung. Besonders betroffen sind die Gebiete Steyr-Kirchdorf und Traunviertel, wo fast 60 Prozent der Befragten sehr stark unter den langen Fristen leiden. Selbst für nicht dringliche Operationen warten 12 Prozent der Patienten länger als drei Monate – und das, obwohl die Bundesregierung ursprünglich 17 zusätzliche Kassenarztstellen in Aussicht stellte, die bisher nicht besetzt wurden.

Lange Wartezeiten – ein häufiges Ärgernis

Aktuell hat sich die Situation weiter verschärft. Knie-Operationen können bis zu 53 Wochen in Anspruch nehmen, Hüften stehen nach 52 Wochen auf der Liste, und selbst bei Augenoperationen, wie dem grauen Star, warten viele bis zu 24 Wochen. Laut der Untersuchung haben lange Anfahrtswege und ungünstige Öffnungszeiten der Ordinationen zusätzlich die Lebensqualität der Patienten stark eingeschränkt. Zudem gaben nur 18 Prozent der Befragten an, selten oder nie unter langen Wartezeiten gelitten zu haben. Das zeigt deutlich: Hier ist Nachholbedarf angesagt.

Die Arbeiterkammer hat daher konkrete Forderungen aufgestellt, um die Situation zu verbessern. Dazu zählen die Besetzung der bereits versprochenen Kassenarztstellen und der rund 50 offenen Stellen in den Gesundheitseinrichtungen. Ebenso wird ein massiver Ausbau der Primärversorgungszentren gefordert und eine Ausbildungsoffensive im Gesundheits- und Pflegebereich notwendig erachtet. Ein verbindlicher Plan zur Ausbildung in der Allgemeinmedizin und anderen wichtigen Fachbereichen ist ebenfalls in der Diskussion, um die Personalsituation nachhaltig zu verbessern.

Die laufenden Bemühungen um die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Oberösterreich und die Mitwirkung der Patienten sind von zentraler Bedeutung. Es liegt an der Bevölkerung, ihre Erfahrungen in der Umfrage zum Ausdruck zu bringen. nur so können die notwendigen Veränderungen realisiert werden und die Hörigkeit an den Wartelisten endlich ein Ende finden. Die Initiative ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu steigern und den Druck von den Wartelisten zu nehmen. Wer selbst betroffen ist, sollte die Chance nutzen und teilnehmen!