In Freistadt sorgte ein Einkauf im Obi-Baumarkt für Diskussionen über Preisgestaltung im Einzelhandel. Ein 32-jähriger Mann stellte fest, dass einige Artikel im Geschäft teurer waren als im Onlineshop. Als er an der Kasse nachhakte, gewährte ihm die Kassierin den günstigeren Onlinepreis. Der Mann äußerte, dass er ohne diesen Nachfragen mehr bezahlt hätte und bezeichnete dies als Irreführung des Konsumenten. Ein konkretes Beispiel war ein Schlagschrauber der Marke Makita, der im Onlineshop um 30 Euro günstiger angeboten wurde. Die Obi-Pressestelle in Köln äußerte sich nicht direkt zu diesem Vorfall, erklärte jedoch, dass unterschiedliche Preisgestaltungen zwischen Online- und stationärem Handel aufgrund verschiedener Wettbewerbsdynamiken möglich sind. Preise im Online-Marktplatz könnten kurzfristig und dynamisch angepasst werden, was zu den erlebten Preisunterschieden führt. Obi weist zudem mit einem entsprechenden Hinweis am Produktpreis auf die unterschiedlichen Preise zwischen den Kanälen hin. Weitere Informationen zu diesem Vorfall können in dem Artikel auf MeinBezirk nachgelesen werden.
Die Rolle von Omnichannel-Strategien im Einzelhandel
Der Vorfall im Obi-Baumarkt wirft ein Licht auf die immer wichtiger werdenden Omnichannel-Konzepte im Einzelhandel. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hebt die Bedeutung dieser Strategien hervor, um den Herausforderungen des digitalen Wandels zu begegnen. Plattformen, die den Austausch von Informationen und Erfahrungsberichten fördern, sind zentrale Maßnahmen zur Digitalisierung des Handels. Hierbei können Handelsunternehmen voneinander lernen und ihre digitalen Technologien effizienter nutzen.
Die Retail Garage, ein gemeinsames Projekt von HDE, EHI Retail Institute und Mittelstand-Digital Zentrum Handel, ist ein Beispiel für den Austausch über digitale Technologien im Handel. Seit April 2023 werden dort verschiedene Aspekte wie Connected Commerce, künstliche Intelligenz und Ladenbau behandelt. Am 3. November 2023 wird der Retail Innovation Club innovative Lösungen präsentieren, um den offenen Austausch zur Digitalisierung im Handel zu fördern.
Verändertes Einkaufsverhalten durch die Pandemie
Die Pandemie hat nicht nur die Preisgestaltung im Einzelhandel verändert, sondern auch das Einkaufsverhalten vieler Menschen. Vor der Corona-Krise war der Einkauf im Supermarkt für viele alltäglich. Doch die Pandemie hat insbesondere bei jungen Menschen zu einem Umdenken geführt. Click & Collect- und Lieferservices erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nahezu jeder Supermarkt bietet mittlerweile Abhol- oder Lieferoptionen an oder plant deren Einführung.
Ein Beispiel ist Alnatura, das in Berlin, Frankfurt und Potsdam einen Online-Shop anbietet, der durch Mitarbeitende in einem Ökostrom-betriebenen Lastentransporter beliefert wird. Auch REWE ermöglicht es Kund:innen, ihre Einkäufe über die REWE-App zusammenzustellen und am gleichen Tag in einer ausgewählten Filiale abzuholen. Supermärkte wie Lidl, Rewe, Edeka und Kaufland setzen zunehmend auf mobile Apps, die nicht nur Informationen über Produkte, sondern auch Rezepte und Angebote bereitstellen. Diese Apps verbessern die Analyse des Kundenverhaltens und ermöglichen personalisierte Angebote. Das zeigt, wie wichtig digitale Technologien für die Zukunft des Handels sind, insbesondere in einem sich schnell wandelnden Markt.
In Deutschland sind seit 2021 auch personallose Supermärkte und Self-Checkout-Kassen im Kommen. Ein Beispiel hierfür ist „Hoody“, der 2022 in Hamburg eröffnet wurde. Kund:innen können die Hoody-App nutzen, um den Markt zu betreten, Artikel zu scannen und zu bezahlen, ohne lange Warteschlangen in Kauf nehmen zu müssen. Die Entwicklung des Einzelhandels zeigt, dass die Kombination aus traditionellen und digitalen Verkaufskanälen eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Handelsunternehmen spielt.