In Hirschbach, einem kleinen Ort in Oberösterreich, hat Josef Plöchl, bekannt als Sepp, ein ganz besonderes Erbe hinterlassen. Nach 41 Jahren im Dienst der Post, davon fast 24 Jahre als Postmeister in Hirschbach, hat er sein privates Postmuseum in seinem eigenen Haus eingerichtet. Diese beeindruckende Sammlung zeigt nicht nur die Geschichte der Post, sondern auch die Verbindung der Menschen durch die Kommunikation. Plöchl war für verschiedene Postgeschäfte zuständig, darunter Brief- und Paketversand und half oft älteren Kunden bei der Nutzung neuer Technologien.
In seinem Postamt gab es früher eine Telefonzelle, und Telegramme wurden per Fax versendet. Die technologische Entwicklung hat auch die Post durchlaufen, angefangen mit Wählscheiben-Telefonen bis hin zu den modernen Handys. Plöchl war nicht nur ein Postmeister, sondern auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Hirschbacher Bevölkerung, der oft um Hilfe gebeten wurde, sei es beim Anrufen von Ärzten oder beim Schreiben von Anträgen. Darüber hinaus war er auch als PSK-Bankberater tätig und zählte zu den erfolgreichsten in Oberösterreich. Sein Autokennzeichen FR-A4242 symbolisiert seine tiefe Verbundenheit mit der Region.
Die Rolle der Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Die Sammlung von Josef Plöchl ist Teil einer größeren Tradition, die durch die Museumsstiftung Post und Telekommunikation repräsentiert wird. Diese Stiftung wurde 1995 im Zuge der bundesdeutschen Postreform gegründet und hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert mit der Gründung des Reichspostmuseums in Berlin. Die Stiftung widmet sich den Themen Kommunikation und Medien und betreibt Museen in Berlin, Frankfurt und Nürnberg. Hier werden über 11 Millionen Objekte zur Kommunikations- und Mediengeschichte gesammelt und bewahrt.
Die Stiftung hat den gesetzlichen Auftrag, die Entwicklung des Post- und Fernmeldewesens zu dokumentieren und fördert den Dialog über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kommunikation. Anja Schaluschke ist die Kuratorin des Museums für Kommunikation in Berlin, und Dr. Annabelle Hornung ist die ständige Vertreterin der Kuratorin in Frankfurt. Die Sammlungen der Stiftung bieten einen wertvollen Einblick in die Evolution der Kommunikation und die damit verbundenen Technologien.
Historische Bedeutung der Sammlungen
Die Sammlungen der Stiftung dokumentieren nicht nur die historische Entwicklung des Post- und Fernmeldewesens, sondern reichen auch bis zu den Erscheinungsformen der Kommunikation in Gegenwart und Zukunft. Das Archiv für Philatelie der Stiftung dokumentiert die Geschichte der Philatelie von den ersten Postwertzeichen bis zur neuesten Sondermarke. Zu den wertvollen Raritäten gehören Originalentwürfe, An- und Probedrucke sowie das bekannteste Exponat, die Blaue Mauritius.
In diesem Kontext wird deutlich, wie wichtig die Arbeit von Josef Plöchl und die Sammlungen der Museumsstiftung sind. Sie tragen nicht nur zur Bewahrung der Vergangenheit bei, sondern fördern auch das Verständnis für die Entwicklung der Kommunikation in unserer Gesellschaft und deren Bedeutung für die Menschen.