In Freistadt hat Matthäus Gattringer den Gemeinde-Jugend-Experten Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Dieser Lehrgang ist Teil einer wichtigen Initiative zur Stärkung der Jugendbeteiligung in Gemeinden, die von Jugend-Landesrat Christian Dörfel als bedeutend hervorgehoben wurde. Insgesamt neun Teilnehmer haben den Kurzlehrgang mit dem Titel „Jugend stärkt Gemeinde. Gemeinde stärkt Jugend. Werde GemeindeJugendExpert/in!“ abgeschlossen. Der Lehrgang bietet eine praxisorientierte Weiterbildung im Bereich der kommunalen Jugendarbeit und legt den Fokus auf das Zusammenspiel zwischen aktiven Gemeinden und engagierten Jugendlichen.

Die Gemeinden sind aufgerufen, Räume für Begegnung, Dialog und Mitgestaltung zu schaffen. Der Lehrgang vermittelt praxisnahe Werkzeuge sowie fundiertes Wissen, um lebendige, nachhaltige und inklusive Gemeinschaftsräume zu gestalten. Die Zielgruppe umfasst Personen, die in ihren Gemeinden aktiv sind und jugendgerechte Angebote entwickeln oder anbieten möchten. Ein zentrales Anliegen ist die Einbindung junger Menschen in politische und gesellschaftliche Prozesse.

Praxisorientierte Ansätze und Weiterbildung

Der Kurzlehrgang umfasste vier Nachmittage mit jeweils vier Einheiten, in denen theoretische Grundlagen mit praktischen Methoden verknüpft wurden. Impulse von Fachexperten ergänzten den Lehrinhalt und sorgten für einen abwechslungsreichen Lernprozess. Dies ist besonders wichtig, da die Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse nicht nur in Freistadt, sondern auch bundesweit an Bedeutung gewinnt.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für Kinder- und Jugendbeteiligung (NAP), entwickelt vom Bundesjugendministerium, wird die direkte und sichtbare Beteiligung junger Menschen gefördert. Der Dialogprozess, der bis 2025 läuft, umfasst zahlreiche Formate wie Dialogforen und Jugend-Audits in Deutschland. Hierbei geht es nicht nur um Mitbestimmung auf Augenhöhe, sondern auch um die Entwicklung einer zentralen Beteiligungsplattform, um Informationen klar und ansprechend zu vermitteln. Die Bedeutung von barrierefreien Beteiligungsangeboten und der Unterstützung durch Fachkräfte wird ebenfalls hervorgehoben (BMBF).

Wachstum der Jugendbeteiligung

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren in Deutschland und speziell in Baden-Württemberg zugenommen. Laut der Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg 2023“ ist die Zahl der Kommunen mit Jugendbeteiligungsangeboten von 53% im Jahr 2018 auf 68% im Jahr 2024 gestiegen. Bei der Kinderbeteiligung ist der Zuwachs sogar noch ausgeprägter: von 23% auf über 55%. Formen der Beteiligung reichen von repräsentativen Vertretungen wie Jugendgemeinderäten bis hin zu offenen Formaten wie Jugendkonferenzen und Jugendforen (LPB BW).

Insgesamt zeigt sich, dass die Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse nicht nur eine lokale, sondern auch eine nationale Priorität darstellt. Der Gemeinde-Jugend-Experten Lehrgang in Freistadt ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und könnte als Modell für andere Gemeinden dienen, die ebenfalls mehr Jugendliche in die Mitgestaltung ihrer Gemeinschaft einbeziehen möchten.