Vom 13. bis 17. März wird im Freien Radio Freistadt die Sendereihe „Demenz und du“ ausgestrahlt. Diese Initiative der Caritas-Servicestelle für pflegende Angehörige zielt darauf ab, Einblicke in den Alltag mit Demenz zu geben. Täglich um 13 und 18 Uhr können Zuhörerinnen und Zuhörer hören, wie Demenz das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend verändert.

In Österreich leben rund 170.000 Menschen mit Demenz, davon etwa 28.000 in Oberösterreich. Die Sendereihe bietet Fachkräften und pflegenden Angehörigen eine Plattform, um über die Herausforderungen und Bewältigungsstrategien im Umgang mit dieser Krankheit zu berichten. Hildegard Nachum aus Lasberg wird beispielsweise über die Kommunikation mit desorientierten alten Menschen sprechen. Sie betont die Bedeutung von Ruhe, Einfühlungsvermögen und Authentizität im Umgang mit Demenzkranken.

Wichtigkeit der frühen Diagnose

Fachärzte wie Doris Lieba-Samal und Stefan Iglseder erläutern die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose. Eine frühe Diagnose erhöht nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei finanziellen Fragen, wie beispielsweise dem Pflegegeld. Angehörige müssen einfühlsame und praktikable Wege im Umgang mit der Erkrankung finden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Validationstechniken im Umgang mit Demenz

Ein zentraler Aspekt in der Kommunikation mit Menschen, die an Demenz leiden, ist die Methode der Validation. Diese wird empfohlen, um die Gefühlswelt der Betroffenen ernst zu nehmen. Verschiedene Validationstechniken können wie Werkzeuge in einem Werkzeugkasten genutzt werden. Verbale Techniken umfassen offene W-Fragen, das Spiegeln und Paraphrasieren zentraler Aussagen sowie das Anregen von Erinnerungen durch Fragen nach früheren Erlebnissen. Besonders wichtig ist es, Mehrdeutigkeiten zuzulassen und den Fokus vom Problem auf die Ressourcen zu lenken.

Regelmäßiges Training dieser Techniken verbessert die Kommunikationsqualität bei Angehörigen bereits nach sechs Wochen, wie der Deutsche Alzheimer-Verband berichtet. Nonverbale Kommunikation wird in fortgeschrittenen Stadien der Demenz sogar noch wichtiger; bis zu 90% der Kommunikation im späten Demenzstadium erfolgt nonverbal. Hierbei sind Techniken wie Augenkontakt auf Augenhöhe und behutsame Berührungen von großer Bedeutung.

Integrative Validation für mehr Einfühlungsvermögen

Die Integrative Validation (IVA), die von Nicole Richard in den 1990er-Jahren entwickelt wurde, fokussiert sich auf die Ressourcen der erkrankten Personen und deren Erlebniswelt. Ziel dieser Methode ist es, Wertschätzung und Einfühlungsvermögen zu fördern, um die Lebensqualität zu verbessern. Es wird dabei nicht die Realität des Gegenübers bewertet oder korrigiert; vielmehr sind die Gefühle der Menschen mit Demenz ernst zu nehmen.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie wichtig diese Technik ist. In einer Fallbeschreibung erzählt eine alte Dame, die vergesslich ist, von Wasser, das aus ihrer Wohnzimmerwand rinnt. Ihr Sohn hält sie für verrückt, was zu einer Wahnvorstellung führt. Eine Validations-Expertin wird hinzugezogen, um die Situation zu klären. Dabei wird deutlich, wie vielschichtig die Kommunikation mit Menschen, die an Demenz leiden, ist. Die Anwendung von W-Fragen und die Akzeptanz des Verhaltens sind entscheidend, um einen echten Dialog zu ermöglichen.

Insgesamt zeigt die Sendereihe „Demenz und du“ und die Methoden der Validation, wie wichtig es ist, den Alltag mit Demenz besser zu verstehen und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Für weitere Informationen über die Sendereihe und die Themen, die behandelt werden, besuchen Sie bitte die Webseite der Caritas-Servicestelle.