Am 19. Februar kam es in Alkoven zu einem Feuerwehreinsatz, der durch einen unklaren, gasartigen Geruch ausgelöst wurde. Mehrere Personen berichteten von einem Geruch, der auf Schwefelwasserstoff (H2S) hinwies. Daraufhin wurden die Feuerwehr Alkoven und die Feuerwehr Polsing gegen 16 Uhr nach Weidach alarmiert. Vor Ort bestätigten die Einsatzkräfte den Geruch aus dem Kanalsystem, was zur sofortigen Evakuierung der Bewohner des betroffenen Gebäudes führte.

Ein Atemschutztrupp führte Messungen durch, die alarmierende Werte von bis zu 300 ppm H2S ergaben. Um die Gefahr zu bannen, belüfteten die Einsatzkräfte das Gebäude und begannen mit der Suche nach der Quelle der Verunreinigung. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Alkoven und der Linz AG wurden hohe H2S-Konzentrationen im Kanalsystem festgestellt, die sich bis ins Ortsgebiet von Alkoven zogen. Bislang blieb der Verursacher der H2S-Anreicherung unbekannt.

Messungen und Evakuierungen

Rund ein Kilometer Kanal wurde mit einem Rüstlöschfahrzeug und einem Tanklöschfahrzeug gespült. Jeder Schacht im betroffenen Bereich wurde für Kontrollmessungen geöffnet, und die Feuerwehr führte Messungen in 25 Häusern entlang des betroffenen Gebiets durch. Gegen 19 Uhr konnten schließlich keine Schwefelwasserstoffkonzentrationen mehr nachgewiesen werden, und der Einsatz, der dreieinhalb Stunden dauerte, konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Ähnliche Vorfälle wurden auch in anderen Regionen gemeldet. Am selben Tag wurde im Wettringer Industriegebiet eine hohe Konzentration an Schwefelwasserstoff im Kanalsystem festgestellt. 27 Anwohnerinnen und Anwohner mussten evakuiert werden, nachdem sie Gasgeruch wahrgenommen hatten. Die Feuerwehr Wettringen suchte mit mehreren Trupps die Grundstücke mehrerer Firmen ab und stellte fest, dass der Geruch ebenfalls aus der Kanalisation kam.

Die Gefahren von Schwefelwasserstoff

Schwefelwasserstoff ist ein farbloses Gas mit einem charakteristischen Geruch nach faulen Eiern. Es kann in gefährlichen Konzentrationen durch Zersetzung tierischer Produkte entstehen. Bei niedrigen Konzentrationen hat der Geruch eine Warnwirkung, kann jedoch auch zu Augenreizungen führen. Höhere Konzentrationen hingegen können schwere Störungen im Zentralnerven- und Herz-Kreislaufsystem verursachen. Besonders gefährlich ist, dass bei hohen Konzentrationen die olfaktorische Warnwirkung ausfällt, was die Intoxikationsgefahr erhöht.

Eine akute Vergiftung kann zu ernsthaften Symptomen führen, darunter Kollaps, Bewusstlosigkeit und Atemlähmung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist es wichtig, die betroffenen Personen umgehend in die frische Luft zu bringen und einen Arzt zu rufen. Erste Hilfe Maßnahmen sind entscheidend, um die Vitalfunktionen zu sichern und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Die Ereignisse in Alkoven und Wettringen illustrieren die ernsten Risiken, die mit der Anwesenheit von Schwefelwasserstoff verbunden sind. Während die Einsatzkräfte in beiden Fällen schnell reagierten, bleibt die Suche nach den Ursachen für die H2S-Bildung ein wichtiges Anliegen für die Gemeinden. Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in den Berichten der Feuerwehr und den entsprechenden Sicherheitsdatenbanken.

Für detaillierte Informationen über die Vorfälle in Alkoven, besuchen Sie bitte den Artikel auf MeinBezirk. Informationen zum Vorfall in Wettringen finden Sie auf der Webseite der Feuerwehr Wettringen. Für mehr über die Gefahren von Schwefelwasserstoff lesen Sie die DGUV Informationen.