Am 28. Februar ist es wieder soweit: Der Equal Pay Day steht vor der Tür, und auch in Oberösterreich wird auf die Lohn- und Rentenunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht. In diesem Jahr fordern die Bezirksobfrauen der Frauen in der ÖVP Grieskirchen und Eferding konkrete Maßnahmen zur Schließung der Einkommens- und Pensionslücke, die durch familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und die hohe Teilzeitquote bei Frauen verstärkt wird. Die unbezahlte Pflege- und Betreuungsarbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, bleibt oft unberücksichtigt, was die Situation weiter verschärft. Andrea Leutgöb-Ozlberger und Cornelia Schönbauer, die beiden Bezirksobfrauen, betonen die politische Verantwortung zur Beseitigung struktureller Benachteiligungen von Frauen. Zu den geforderten Maßnahmen zählen unter anderem die automatische Anrechnung von Kindererziehungszeiten sowie eine faire Absicherung pflegender Angehöriger. Auch das automatische Pensionssplitting zwischen Eltern wird als notwendig erachtet, um Pensionsansprüche gerechter zu verteilen. Bis dies umgesetzt ist, liegt der finanzielle Ausgleich in der Eigenverantwortung der Paare.

Der Equal Pay Day ist nicht nur ein lokal wichtiges Datum, sondern hat auch eine nationale Dimension. An diesem Tag wird deutlich, dass Frauen im Durchschnitt bis zum 2. November arbeiten müssen, um das Jahresgehalt zu erreichen, das Männer bereits am Ende des Jahres verdient haben. Diese Lücke wird von verschiedenen politischen Parteien, darunter SPÖ, NEOS, FPÖ und den Grünen, scharf kritisiert. Die SPÖ sieht die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie als einen zentralen Hebel zur Schließung der Lohnlücke und fordert von Unternehmen den Nachweis fairer Bezahlung. Auch die NEOS unterstützen diese Richtlinie, betonen jedoch die Notwendigkeit, Überregulierungen zu vermeiden. Die Grünen wiederum kritisieren, dass viele Beschäftigte in kleinen Unternehmen nicht erfasst werden, und fordern Transparenzpflichten ab einer bestimmten Betriebsgröße.

Ursachen der Einkommenslücke

Die ungleiche Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit wird von allen Parteien als wesentliche Ursache für die Lohnlücke identifiziert. Die SPÖ fordert daher eine gleichmäßige Verteilung dieser Arbeit sowie gleiche Karenzzeiten für beide Elternteile. Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ist ebenfalls ein zentrales Thema; NEOS und Grüne fordern zusätzliche Plätze, um Frauen nicht in Teilzeitjobs zu drängen. Die FPÖ hebt die Notwendigkeit einer besseren Bezahlung in Pflege-, Sozial- und Bildungsberufen hervor und fordert eine volle Anrechnung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten in der Rente.

Auf europäischer Ebene wird das Thema ebenfalls intensiv diskutiert. Am 28. Januar verabschiedeten die Ausschüsse für „Beschäftigung und soziale Angelegenheiten“ sowie „Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter“ des Europäischen Parlaments einen gemeinsamen Initiativbericht zur geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentenlücke. Dieser Bericht könnte politische Leitwirkung für zukünftige EU-Initiativen entfalten, auch wenn er rechtlich nicht bindend ist. Die ungleiche Verteilung von unbezahlter Pflege- und Hausarbeit wird als Hauptursache für die Rentenlücke identifiziert. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen könnte nicht nur die Lohnlücken verringern, sondern auch zur Stabilität der Rentensysteme beitragen.

Ausblick und Handlungsmöglichkeiten

Die Herausforderungen sind also vielfältig. Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahren erzielt wurden, bleibt noch viel zu tun, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt zu erreichen. Die ÖVP hebt positive Entwicklungen hervor, wie den Anstieg des Frauenanteils in staatsnahen Aufsichtsgremien. Doch um strukturelle Benachteiligungen abzubauen, sind umfassende Maßnahmen notwendig. Der Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungs- und Pflegedienstleistungen sowie Anreize für Männer, Eltern- und Pflegezeiten stärker in Anspruch zu nehmen, sind zentrale Forderungen, die in den aktuellen politischen Debatten immer wieder auftauchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Equal Pay Day nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein wichtiger Zeitpunkt ist, um auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Die Forderungen der Bezirksobfrauen und die Diskussionen auf parlamentarischer Ebene sind Teil eines größeren Prozesses, der letztlich auf eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Renten abzielt. Für weitere Informationen zu diesem Thema und den aktuellen Entwicklungen können Sie den Artikel auf MeinBezirk und die Berichterstattung auf ORF sowie DSV Europa verfolgen.