Am vergangenen Wochenende fand die Bauernbundwahl in Stroheim statt, die mit einer einstimmigen Bestätigung von Obmann Wolfgang Hofer, Ortsbäuerin Maria Krennmair und dem gesamten Vorstandsteam endete. Diese Veranstaltung zog zahlreiche Ehrengäste an, darunter Wolfgang Wallner, Direktor des OÖ Bauernbundes, Thomas Kraxberger, Bezirksbauernkammerobmann Eferding, Klaudia Ritzberger, Bezirksbäuerin Eferding, und Bürgermeister Volker Krennmair (ÖVP). Wallner und Kraxberger informierten die Anwesenden über die aktuellen und kommenden Herausforderungen in der Landwirtschaft und betonten die wichtige Rolle einer starken bäuerlichen Interessenvertretung. Bürgermeister Krennmair hob die Bedeutung des Bauernbundes für die Gemeinde Stroheim und dessen Einfluss im Gemeinderat hervor. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Bauernbund wurde als wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung des ländlichen Raumes identifiziert. Die Versammlung klang in geselliger Runde mit Speis und Trank aus, während die Teilnehmer über aktuelle Themen diskutierten und einen Ausblick auf die kommende Funktionsperiode wagten. Weitere Details zur Veranstaltung finden Sie in dem Artikel auf MeinBezirk.
Herausforderungen für die Landwirtschaft
Die Landwirtschaft sieht sich in Deutschland und darüber hinaus mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Experten, Unternehmer und Wirtschaftsverbände sind sich einig, dass die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stark gesunken sind. Besonders betroffen sind die Agrar- und Ernährungswirtschaft, was zu einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt und einem Rückgang der Investitionen geführt hat. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben aufgegeben, was die nachhaltige Weiterentwicklung des Sektors ernsthaft gefährdet. Die landwirtschaftlichen Unternehmen sind jedoch entscheidend für die Wirtschaftskraft der ländlichen Räume und schaffen etwa 4,6 Millionen Arbeitsplätze. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert deshalb eine starke und handlungsfähige EU, da der gemeinsame Binnenmarkt von zentraler Bedeutung für die deutsche Land- und Forstwirtschaft ist.
Landwirte stehen unter steigendem Kosten- und Preisdruck, verstärkt durch staatliche Auflagen und einen verminderten Außenschutz der Agrarmärkte. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft engagiert sich zudem für Klima- und Umweltschutz sowie für die Ernährungssicherheit. Es wird ein „Zukunftsministerium“ gefordert, das alle Belange der Land- und Forstwirtschaft sowie ländlicher Räume bündelt, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und auf die Verbraucherbedürfnisse einzugehen. Eine einheitliche europäische Regelung zur Tierhaltungs- und Herkunftskennzeichnung ist ebenfalls von Bedeutung, um die Qualität und Transparenz in der Lieferkette zu gewährleisten. Diese Themen sind nicht nur für die Landwirte, sondern für die gesamte Gesellschaft von Relevanz, da Ernährungssicherheit als Schutzgut im Grundgesetz verankert werden sollte, um sozialen Frieden und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
Europäische Perspektiven
Die Vision für Landwirtschaft und Ernährung, die im Februar 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde, zielt darauf ab, einen attraktiven, wettbewerbsfähigen und zukunftssicheren Agrar- und Lebensmittelsektor für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu schaffen. Im Jahr 2022 generierte das EU-Agrarlebensmittelsystem einen Mehrwert von 900 Milliarden Euro und beschäftigte etwa 30 Millionen Menschen. Doch es gibt Herausforderungen: Nur 12 % der Landwirte sind unter 40 Jahre alt, was auf die Notwendigkeit hinweist, die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern und junge Menschen in ländlichen Gebieten zu fördern. Die Vision fordert die Schaffung von Bedingungen, die zukünftige Generationen zur Lebensmittelproduktion ermutigen und gleichzeitig faire Einkommen in der Lebensmittelkette gewährleisten.
Angesichts des Klimawandels, globaler Konkurrenz und steigender Energiepreise bleibt die Lebensmittelsicherheit in Europa eine Priorität. Die Resilienz des Agrarlebensmittelsektors soll durch Innovation und den Schutz der Interessen europäischer Landwirte erhöht werden. Die Vision betont die Rolle des Agrarsektors im Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die Notwendigkeit, die Klimaziele von 2040 zu erreichen. Es ist klar, dass die Herausforderungen groß sind, aber mit einer starken Interessenvertretung und der richtigen Unterstützung kann die Landwirtschaft auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Gesellschaft spielen. Weitere Informationen zur Vision finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.