Am 25. Februar 2026 kehrte die Zügenglocke, die älteste Glocke des „Braunauer Steffls“, nach einer umfassenden Renovierung zurück auf den Turm. Unter der fachkundigen Aufsicht von Kunstschmied Wolfgang Auer wurde die Glocke in einem aufwendigen Prozess saniert. Ihr Transport wurde von der Firma Perner aus Passau organisiert, wobei ein Kran der Firma Felbermayr zum Einsatz kam. Während des Transportes wurden auch Einzelteile des Schlagwerks, wie der neue Klöppel der großen Kriegerglocke, nach oben gebracht. Die Helfer der Pfarrgemeinde St. Stephan warteten bereits auf die Materialien, um die Arbeiten fortzusetzen.

In den kommenden Tagen wird eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und ehrenamtlichen Helfern von St. Stephan stattfinden, um das Geläute zu vervollständigen, umzubauen, anzuschließen und in Betrieb zu nehmen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Glocken von St. Stephan, die während der Sanierungsarbeiten vom 23. bis 27. Februar geschwiegen haben, bald wieder zum Erklingen zu bringen. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die ihre Zeit und Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung stellen. Für mehr Informationen zu diesem Projekt kann man die Details auf der Webseite der Diözese Linz nachlesen.

Sanierungsbedarf und Perspektiven

Die Renovierung des Geläutes war nicht nur eine ästhetische Notwendigkeit, sondern auch eine technische. Das Geläut des Braunauer Steffls ist bereits 100 Jahre alt und benötigte dringend eine Sanierung. Der Start der umfassenden Sanierungsarbeiten begann im Oktober 2025 und beinhaltete die Erneuerung von Antriebsmotoren, die Reparatur von Lagern und das Neuschmieden der Klöppel. Die elektrische Anlage und Steuerung wurden ebenfalls modernisiert, um die Funktionalität und Sicherheit des Geläutes zu gewährleisten.

Ein neuer Glockenstuhl, gefertigt von Alois Rabengruber aus Geiersberg, wurde ebenfalls errichtet und wird bei einem Festakt in Verbindung mit der Rückkehr der Zügenglocke eingeweiht. Die Monteure der Firma Glocken-Perner aus Passau und die ehrenamtlichen Helfer aus der Pfarrgemeinde Braunau St. Stephan spielen eine wichtige Rolle in diesem Projekt. Informationen zu diesem umfassenden Vorhaben finden Sie auch auf der Webseite der Nachrichten.at.

Engagement für Denkmalschutz

Die Sanierung des „Braunauer Steffls“ ist ein Beispiel für das Engagement, das in vielen Regionen gezeigt wird, um kulturelles Erbe zu bewahren. In Deutschland unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz jährlich bis zu 600 Sanierungsprojekte mit einem Fördervolumen von rund 20 Millionen Euro. Über 7.500 Denkmäler haben bereits von dieser Unterstützung profitiert, darunter Kirchen, Schlösser, historische Gärten und Technikdenkmäler. Eine ehrenamtliche wissenschaftliche Kommission aus Denkmalexperten berät die Stiftung dabei, welche Projekte gefördert werden sollen, und strebt an, die Anzahl der geförderten Denkmäler weiter zu erhöhen.

Diese Bemühungen sind entscheidend, um den kulturellen Reichtum und die Geschichte der Region zu bewahren und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen. Die Rückkehr der Zügenglocke ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen für die Wertschätzung des lokalen Erbes.