Am 17. Februar 2026 fand in Braunau am Inn ein regionaler Handelsbrunch statt, der sich mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Handel auseinandersetzte. Mehrere Experten, darunter Moritz Weibold, Thomas Peterseil, Christoph Redl und Adolf Seifried, präsentierten ihre Erkenntnisse und Ansätze, um Betrieben Impulse zur Erhöhung ihrer digitalen Sichtbarkeit zu geben und auf die sich wandelnden Kundenerwartungen zu reagieren. Ziel war es, konkrete Strategien zu entwickeln, um die Online-Präsenz zu optimieren und neue Technologien sinnvoll zu nutzen, um Mehrwerte zu schaffen.
Ein besonders spannendes Element der Veranstaltung war die Zeitreise ins Jahr 2035, bei der die zukünftigen Entwicklungen im Handel und die Veränderungen im Kundenverhalten thematisiert wurden. Prognosen deuten auf eine Zunahme von Automatisierung und Digitalisierung hin, während die Unverzichtbarkeit des Menschen im Handel betont wurde. Persönliche Beziehungen, regionale Verankerung und emotionale Einkaufserlebnisse bleiben zentrale Aspekte, wie WKO-Grieskirchen-Obmann Günther Baschinger feststellte: „Digitalisierung soll den Menschen unterstützen, persönlicher Kontakt bleibt zentral.“
Die digitale Transformation und ihr Einfluss auf das Kundenverhalten
Die Digitalisierung hat das Kundenverhalten tiefgreifend beeinflusst. In Deutschland nutzen mittlerweile 66,4 Millionen Menschen das Internet, was 94% der Bevölkerung über 14 Jahren entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass 74% der Internetnutzer mobil surfen und 67% der Deutschen 2019 mindestens einmal pro Monat online einkauften. Dieser Wert stieg in der Folge der Corona-Pandemie sogar auf 72%. Die beliebtesten Einkaufsplattformen sind Amazon, eBay und OTTO, und 29% der Online-Shopper bestellen über Mobiltelefone.
Die Ergebnisse des Handelsbrunchs unterstreichen die Notwendigkeit, die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zu verstehen. So informieren sich 60% der Kunden in Geschäften über Produkte, bevor sie online kaufen. Unternehmen sind gefordert, auf allen Kanälen präsent zu sein und sowohl den stationären als auch den Online-Verkauf harmonisch miteinander zu verknüpfen. Tobias Luger, Obmann der WKO Eferding, betonte die Wichtigkeit, eine Balance zwischen online und offline zu finden. Dies ist entscheidend, um den Handel zukunftsfit zu machen, ohne die Identität zu verlieren.
Kundenbindung durch emotionale Ansprache
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der auf dem Handelsbrunch zur Sprache kam, ist die emotionale Kundenbindung. Um Kunden langfristig zu binden, ist eine emotionale Ansprache und Beziehungspflege unerlässlich. Die Auswertung von Daten ist notwendig, um auf dem neuesten Stand der Kundenbedürfnisse zu bleiben. Innovative Technologien, wie Chatbots und Augmented Reality, werden zunehmend erwartet, und über 80% der Kunden befürworten Produktlieferungen per Drohne oder autonomem Fahren.
Um den Erfolg im Handel zu sichern, sind fünf entscheidende Faktoren für das Jahr 2030 zu beachten: Kundenfokus, Kosteneffizienz, Omnichannel-Enablement, ESG-Compliance und innovative Technologien. Diese Aspekte bilden die Grundlage für ein zukunftsorientiertes Geschäftsmodell, das nicht nur auf die digitale Transformation reagiert, sondern auch nachhaltige und kundennahe Lösungen bietet.
Die positive Resonanz auf den regionalen Handelsbrunch deutet darauf hin, dass solche Formate in Zukunft weiterhin gefördert werden sollten. Der Austausch von Best Practices und die Entwicklung gemeinsamer Strategien sind unerlässlich, um den Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich zu begegnen. Weitere Informationen zu den Themen des Handelsbrunchs finden Sie in der WKO-Pressemitteilung.