In Braunau am Inn tut sich was! Die Initiative „Stadt up“, gestartet von Stadtmarketing Braunau.Simbach.Inn und CIMA, hat das Ziel, frischen Wind in die Innenstadt zu bringen. Im letzten Sommer haben sich zahlreiche Interessenten gemeldet, um neue Geschäfte zu eröffnen, und das Ergebnis ist vielversprechend: Insgesamt 11 Interessenten haben sich registriert, 8 davon haben vollständige Konzepte eingereicht. Aus diesen wurden 5 Gründer ausgewählt, die das gastronomische Angebot der Stadt bereichern sollen. Projektbegleiter Stefan Lettner von CIMA wird die Neugründer tatkräftig unterstützen, während die Finanzierung über das Leader-Projekt sowie durch die Stadt Braunau erfolgt. Zudem stehen 29 Netzwerkpartner bereit, um kostenlose Dienstleistungen anzubieten, um den Neugründern unter die Arme zu greifen. Mehr Infos zur Initiative findet man in einem Artikel von Tips.at.
Die fünf prämierten Konzepte, die zur Belebung der Innenstadt beitragen sollen, sind höchst unterschiedlich und zeigen die Vielfalt der neuen Angebote. Dazu zählt das Stadtcafé Braunau, das als modernes Café mit regionalen und saisonalen Speisen wiederbelebt wird. Weiterhin gibt es das Projekt Symphonie Natura, das ein gemeinschaftliches Konzept mit Naturheilweisen und einem Forschungs- und Arbeitslabor in der Fischergasse 10 verfolgt. SoliResto Zimt & Kardamom bietet ein hybrides Gastronomie- und Veranstaltungsmodell an, das internationales Catering und Ausbildungsplätze für Frauen mit Migrationshintergrund verbindet. Der Genussgarten, ein Café und Bistro am Minigolfplatz, eröffnet bereits Anfang April und legt den Fokus auf hochwertige, regionale und gesunde Küche. Schließlich bereichert Lisa’s Tortenatelier in der Kirchengasse mit hochwertigen Torten, Pralinen und Gebäck, die sowohl zur Abholung als auch zur Lieferung angeboten werden.
Herausforderungen und Chancen für den Einzelhandel
Die Belebung der Innenstadt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Einzelhandel in Städten vor großen Herausforderungen steht. Der Onlinehandel hat in den letzten Jahren stark zugenommen und beeinflusst die stationären Geschäfte erheblich. Wie in einem Bericht von Stadtmanufaktur erwähnt, haben sich die Bedürfnisse der Kund:innen geändert, was zu Leerständen und unattraktiven Zentren führt. Die Corona-Pandemie hat diese Herausforderungen noch verstärkt. Die Bedeutung von Einzelhandel und Gastronomie ist jedoch nicht zu unterschätzen, da sie zentrale Elemente der Stadtentwicklung darstellen und die Erlebnisqualität in Städten maßgeblich beeinflussen.
Besonders in kleinen und mittleren Städten sind diese Bereiche entscheidend für die Nahversorgung und tragen dazu bei, dass Innenstädte als Lebensmittelpunkte fungieren. In Braunau am Inn, wo lokale Initiativen wie „Stadt up“ ins Leben gerufen wurden, zeigt sich, wie wichtig es ist, innovative Konzepte zu entwickeln, um die Innenstadt lebendig zu halten.
Die Zukunft der Innenstädte
Die Entwicklungen in Braunau sind Teil eines größeren Trends in der Stadtentwicklung, wie in einer Zusammenfassung des Forschungsclusters „Innenstädte“ vom BBSR beschrieben. Hier werden aktuelle Trends und Herausforderungen in Innenstädten untersucht, darunter die Umnutzung ehemaliger Kaufhäuser, die Rolle junger Menschen in der Gestaltung urbaner Räume und die Auswirkungen des Onlinehandels auf stationäre Geschäftsmodelle. Diese Forschungsprojekte bieten wertvolle Einblicke und Anregungen, um die Innenstädte von morgen aktiv zu gestalten.
Insgesamt zeigt sich, dass die aktive und kooperative Gestaltung der Zukunft der Innenstädte notwendig ist. Es gilt, neue Konzepte und Ideen vor Ort auszuprobieren und Erfahrungen zu teilen, um die Innenstädte nicht nur als Einkaufsorte, sondern auch als identitätsstiftende und lebendige Begegnungsräume zu fördern.