Die Bergrettung Oberösterreich hat im Jahr 2025 einen Rekord bei den Einsätzen verzeichnet: Insgesamt 701 Einsätze mussten abgewickelt werden, was einer Steigerung von rund 13 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Diese Zahlen spiegeln den anhaltenden Bergsportboom wider, der in der Region zu beobachten ist. Außerdem wurden 740 Personen geborgen, von denen fast ein Viertel unverletzt blieb. Trotz der hohen Einsatzzahlen ist die Zahl der Todesopfer erfreulicherweise gesunken. Im Jahr 2025 kamen zehn Personen ums Leben, was deutlich unter dem Zehn-Jahres-Mittel von 2023 (26) und 2024 (14) liegt. Die häufigsten Notfälle ereigneten sich bei Breitensportarten, während extreme Sportarten seltener zu schweren Unfällen führten. Besonders häufig waren Stürze und Stolpern in unwegsamem Gelände die Unfallursache.
Einfache Touren bergen ein gewisses Risiko, vor allem wenn die Bergsportler ihre Fähigkeiten überschätzen oder unzureichend ausgerüstet sind. So führte beispielsweise die sommerliche Hitze Ende Mai 2025 zu 13 Einsätzen, die häufig auf Kreislaufprobleme, Panikattacken und Stürze zurückzuführen waren. Im August dieses Jahres wurden sogar 69 Einsätze bewältigt, wobei teilweise mehrere Notfälle an einem Tag und an derselben Stelle zu verzeichnen waren. Die Bergrettung hebt hervor, dass eine gute Tourenplanung, einschließlich Routenanalyse, Wetterinformationen und angemessener Ausrüstung, entscheidend zur Unfallvermeidung ist. Für längere Touren empfiehlt die Bergrettung zudem ein Erste-Hilfe-Paket, warme Kleidung und eine Stirnlampe. Zahlreiche Menschen aus 28 Nationen konnten gerettet werden, darunter zwei Drittel aus Österreich, 15 % aus Deutschland und 10 % aus Tschechien. Die Kosten für Bergungen aus unwegsamem Gelände werden von einer Förderer-Versicherung der Bergrettung Oberösterreich übernommen.
Alpinpolizei und ihre Rolle
Die Alpinpolizei Oberösterreich hat für die Saison seit dem 1. November 2024 insgesamt 506 Einsätze bilanziert, was einem Rückgang von 13 Prozent im Vergleich zur Vorsaison entspricht. Auch hier zeigt sich ein positiver Trend in Bezug auf die Sicherheitslage: Die Zahl der Todesopfer sank von 29 im Vorjahr auf 13. Besonders im Bereich Wandern, Bergsteigen und Hochtouren wurden 172 Einsätze verzeichnet, die stabil im Vergleich zu den Vorjahren sind. Hauptursachen für alpine Notlagen bleiben mangelhafte Vorbereitung, unzureichende Ausrüstung und Selbstüberschätzung. Unvorhersehbare Wetterumschwünge können zudem gefährliche Situationen herbeiführen.
Die Polizei betont die Notwendigkeit von festem Schuhwerk, wärmender Kleidung und Notfallausrüstung. Sensibilisierung für sicheres Verhalten am Berg steht im Mittelpunkt ihrer Bemühungen. Empfehlungen wie körperliche Vorbereitung, Tourenplanung und das Wissen um die eigenen Grenzen sind essentiell. Auch die Informationsweitergabe an Angehörige wird empfohlen. Bei grober Fahrlässigkeit besteht eine Kostenersatzpflicht gemäß Sicherheitspolizeigesetz.
Tipps zur Unfallvermeidung
Die Sommerbergsaison zieht viele Menschen in die Berge, doch viele Alpinunfälle ereignen sich beim Abstieg, der oft technisch anspruchsvoller ist als der Aufstieg. Das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit (ÖKAS) berichtet von einem Anstieg der verletzten Personen in Sommer-Bergsportdisziplinen um 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der tödlich verunglückten Personen in Österreich hat zugenommen, insbesondere in Tirol, wo sich die Zahl verdoppelt hat. Ein tragischer Vorfall durch Blitzschlag betrifft drei Personen. Häufige Zwischenfälle ereignen sich beim Abstieg nach Klettertouren oder Gipfelbesteigungen, was auf nachlassende Konzentration und unzureichende Energiezufuhr zurückzuführen ist.
Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport im Alpenverein, hebt die Bedeutung von Konzentration und Ernährung während der Tour hervor. Empfohlene Kohlenhydratzufuhr liegt bei 60 bis 90 Gramm pro Stunde, ergänzt durch ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte. Eine mangelhafte Zufuhr kann zu Erschöpfung und Desorientierung führen. Snacks wie Energieriegel, Bananen oder Trockenfrüchte sind empfehlenswert. Bei der Tourenplanung ist eine ehrliche Selbsteinschätzung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit unerlässlich. Touren sollten an die individuelle Fitness und bergsportlichen Fähigkeiten angepasst sein. Das „Fünf-Finger-Prinzip“ zur Risikobewertung bei der Tourenplanung bietet eine strukturierte Herangehensweise: Angemessenheit der Tour, die Gruppe, aktuelle Bedingungen, Wetter und Ausrüstung sollten stets in Betracht gezogen werden.
Für weitere Informationen zur sicheren Planung von Bergtouren empfiehlt sich der Blick auf Ressourcen wie Alpenvereinskarten und geprüfte Tourenportale. So wird sichergestellt, dass der Bergsport auch in Zukunft mit Freude und Sicherheit betrieben werden kann. Mehr Details zu den aktuellen Entwicklungen und Statistiken finden Sie in den Berichten der Bergrettung Oberösterreich und der Alpinpolizei Oberösterreich.