In Bad Goisern trafen sich kürzlich Vertreter der Wirtschaftskammer (WKO) Bad Ischl und des Netzwerks Handwerk & Vermittlung Inneres Salzkammergut, um über die Zukunft von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) im Salzkammergut zu diskutieren. Das Treffen fand im Hand.Werk.Haus Salzkammergut statt und war der Auftakt zu einem regelmäßigen EPU-Netzwerk-Treffen, wie Andreas Promberger von der WKO erläuterte. Bei dieser Gelegenheit stellte er die verschiedenen EPU-Services der WKO vor, die den Unternehmern in der Region zur Verfügung stehen.

Nadine Guggenberger, die Geschäftsführerin von Regis, präsentierte das EU-Leader-Förderprogramm, welches die Stärkung des ländlichen Raums zum Ziel hat. Durch ihre Unterstützung konnten bereits zahlreiche Projektideen aus der Region erfolgreich umgesetzt werden. Eines dieser Projekte, der Zukunftsraum Salzkammergut, dient als Plattform für Innovation, Vernetzung, Nachhaltigkeit und (Kreativ-)Wirtschaft.

Nachhaltigkeit und Innovationsförderung

Martin Schott und Markus Stockmaier informierten die Anwesenden über ihre Pläne, das Salzkammergut zukunftsfit zu machen. Das Projektteam hat bereits mehrere Vorhaben in Planung, die darauf abzielen, die Region nachhaltig zu entwickeln. Das Hand.Werk.Haus Salzkammergut spielt dabei eine zentrale Rolle, da es als Zentrum für handwerkliche Gegenwartskultur fungiert und viele Ein-Personen-Unternehmen beherbergt.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Abends war der Beitrag von Didi Laimer-Hubmann, Michael Körner und Verena Haidl, die sich aktiv für die Stärkung der regionalen Handwerks- und Kulturtradition einsetzen. Unter dem Titel Craft&Art sind bereits zahlreiche Veranstaltungen und Workshops zur Handwerksvermittlung geplant. Laimer-Hubmann stellte zudem das kooperative Modell der Otelo eGen für EPU vor, welches den Austausch und die Zusammenarbeit unter den Unternehmern fördern soll.

LEADER und die EU-Förderung

Das EU-Leader-Förderprogramm ist ein wichtiges Instrument zur Unterstützung innovativer Projekte in ländlichen Regionen, basierend auf der ELER-Förderung. Lokale Akteure bilden Aktionsgruppen (LAG), die regionale Entwicklungskonzepte erarbeiten und Projekte auswählen, die gefördert werden sollen. Ziel ist es, verschiedene Akteure einzubeziehen und den Einfluss der öffentlichen Hand zu begrenzen. Ab 2023 wird LEADER 14% der ELER-Mittel in Deutschland ausmachen, was über dem EU-Mindestplafond von 5% liegt (BMELH).

Die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktion und Nachhaltigkeit“ (EIP Agri) fördert die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Forschung und Beratung, um ressourceneffiziente und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Deutschland war der erste EU-Mitgliedstaat, der EIP Agri umsetzte, und die Initiative hat bereits zahlreiche Projekte für Umweltbewahrung und Klimawandelanpassung unterstützt (BMELH).

Blick in die Zukunft

Die jüngste Studie der Europäischen Kommission hebt die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Bedürfnisse ländlicher Räume hervor und gibt einen Ausblick auf die GAP-Periode 2023–2027. Zwischen 2014 und 2021 wurden über 8,6 Milliarden Euro für die Entwicklung ländlicher Räume außerhalb der Landwirtschaft bereitgestellt. LEADER hat sich als eine entscheidende Maßnahme erwiesen, um die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung zu decken und hat bis 2021 fast 60.000 Arbeitsplätze geschaffen sowie 120.000 Projekte abgeschlossen (EU CAP Network).

Die nächste Gelegenheit zum Austausch im Rahmen des EPU-Treffs wird im creative hub im Gewerbepark Lodenfrey stattfinden, der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die anregenden Gespräche und die gute Bewirtung durch das Team des Werkstatt-Beisls haben die Teilnehmer begeistert und das Engagement für die regionale Wirtschaft gestärkt.