Am 30. September 2025 war in Bad Ischl wieder das beliebte Fest des Liachtbratlmontags angesagt. Trotz des leicht nassen Wetters zogen Hunderte Jubilare durch die Stadt und feierten diesen einzigartigen Brauch, der mehr ist als nur ein Feiertag – er ist Tradition und Gemeinschaft zugleich. Der Liachtbratlmontag, der am Montag nach dem Michaeli-Tag gefeiert wird, hat sich als wichtigster Bestandteil des Bad Ischler Jahresablaufs etabliert. MeinBezirk berichtet, dass der ursprüngliche Anlass des Festes darin bestand, den Beginn der herbstlichen Arbeitszeit zu markieren, an dem erstmals wieder mit künstlichem Licht gearbeitet wurde.

Dieser Tag hat im Lauf der Jahre eine Wandlung durchgemacht. Was einst als ein Abendessen für Handwerksgesellen begann, hat sich zu einer großangelegten Feier für all jene entwickelt, die in Bad Ischl leben oder dort geboren wurden und runde Jubiläen – also 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und sogar 100er – feiern. UNESCO hebt hervor, dass auch heute noch das feierliche Element im Vordergrund steht: Die Jubilare werden vom Komitee in einem Festzug geehrt und durch die Innenstadt begleitet. Die Feierlichkeiten beginnen mit einem gemeinsamen Kirchgang und setzen sich mit einem Ausflug fort.

Eine Feier für die Jubilare

In diesem Jahr nahmen wieder Hunderte Bürgerinnen und Bürger an den Feierlichkeiten teil. Trotz des Regens ließen sich die Jubilare nicht die Laune verderben. Sie erhielten Geschenke in Form von Lebkuchenherzen, kleinen Schnapsfläschchen und Blumen, die mittlerweile zu einer schönen Tradition gehören. Der Liachtbratlmontag ist nicht nur ein Anlass zur Feier, sondern auch ein enorm wichtiges identitätsstiftendes Event für die Bad Ischler: Nur Bürgerinnen und Bürger von Bad Ischl oder hier Geborene sind zur Teilnahme eingeladen. Diese Regelung stärkt den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt.

Ursprünglich war die Feier auf die jubilierenden Älteren ausgerichtet, beginnend im Jahr 1900 und anfangs nur für die 50er und 60er gedacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch andere Jahrgänge in die Feierlichkeiten einbezogen, was zur heutigen Form des Festes führte. Die Geschäfte und Ämter schließen ab Mittag, und Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein „Lichtbratl“ an, was aus der ursprünglichen Tradition stammt, als Meister ihren Gesellen ein Festessen spendierten.

Ein immaterielles Kulturerbe

Besonders hervorzuheben ist, dass der Liachtbratlmontag seit 2013 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Dies zeigt, wie tief verwurzelt die Tradition in der Kultur von Bad Ischl ist. Die lokale Bevölkerung sieht in diesem Fest nicht nur einen Anlass zur Feier, sondern auch eine Möglichkeit, die Verbundenheit mit ihrer Heimat zu zelebrieren und die Geschichte ihrer Stadt lebendig zu halten. Ein Fest voller Freude, Tradition und Gemeinschaft – das ist der Liachtbratlmontag in Bad Ischl, der weiterhin hoch im Kurs steht!