In der malerischen Stadt Bad Ischl gibt es Grund zur Freude: Die Begleitstudie zur „Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024“ wurde veröffentlicht und zeigt vielversprechende finanzielle Zuwächse. Der Endbericht stammt von der renommierten Wirtschaftsuniversität Wien und beleuchtet die Gesamtkosten des Kultur-Events, die auf 30,3 Millionen Euro geschätzt werden. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis, dass jeder investierte Euro einen „monetarisierten gesellschaftlichen Gegenwert“ von 4,28 Euro generieren soll. Diese Ergebnisse wurden von Politik und Veranstaltern durchweg positiv aufgenommen und lassen auf eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts hoffen. Weitere Details sind in einem Artikel der Kleinen Zeitung nachzulesen.

Bad Ischl hat sich nicht nur für eine kulturelle Blütezeit entschieden, sondern auch als erste inneralpine, ländlich geprägte Kulturhauptstadt Europas 2024 (KHS24) einen bemerkenswerten Schritt gewagt. Die Region zeichnet sich durch eine historisch tief verankerte kulturelle Identität und eine starke touristische Prägung aus. Um den gesellschaftlichen Mehrwert dieses Events zu bewerten, wurde eine SROI-Analyse (Social Return on Investment) durchgeführt. Diese Analyse identifiziert, quantifiziert und bewertet die Wirkungen bei fünf wesentlichen Stakeholdergruppen. Das Hauptergebnis zeigt, dass der Teil-SROI-Wert von 4,28 Euro in der Praxis gut abgesichert ist, was die positive wirtschaftliche Perspektive unterstreicht. Der vollständige Bericht und weitere Informationen sind auf der Webseite der Wirtschaftsuniversität Wien zu finden.

Gesellschaftliche Auswirkungen und Herausforderungen

Die finanziellen Inputs für die KHS24 belaufen sich auf etwa 30,3 Millionen Euro, während die quantifizierten und monetarisierten Wirkungen bei den fünf Hauptstakeholdern beeindruckende 129,7 Millionen Euro betragen. Besonders die Regionalbevölkerung profitiert stark, mit einem Mehrwert von über 42 Millionen Euro. Zu den positiven Wirkungen zählen ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl, ein gesteigertes Interesse an Kunst und Kultur sowie ein verbesserter Zugang zu kulturellen Angeboten. Allerdings sind nicht alle Stimmen positiv: Es gibt auch negative Effekte, wie Enttäuschungen über mangelnde regionale Einbindung und gesellschaftliche Konflikte.

Die SROI-Analyse zeigt, dass der durchschnittliche Mehrwert pro Kopf bei 388 Euro liegt. Projektbeteiligte und Künstlerinnen erfuhren Wirkungen im Wert von etwa 31 Millionen Euro, während die regionale Kulturszene mit rund 9,5 Millionen Euro profitierte. Auch im Tourismus zeigt sich ein klarer Vorteil: Touristinnen erlebten einen Mehrwert von rund 29 Millionen Euro, was einen durchschnittlichen Mehrwert pro Tourist*in von 165 Euro ergibt. Trotz dieser Erfolge gibt es Herausforderungen, wie Finanzierungslücken und Erschöpfungseffekte nach dem Kulturhauptstadtjahr, die es zu bewältigen gilt.

Ein Blick in die Zukunft

Mit zwei Dritteln des geschaffenen gesellschaftlichen Mehrwerts, die in der Region verbleiben, zeigt sich das enorme Potenzial des Projekts. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass der Teil-SROI-Wert von 4,28 Euro nur fünf der 18 Stakeholdergruppen berücksichtigt. Die starke touristische Prägung der Region könnte zudem künstlerische Innovationen erschweren. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich Bad Ischl und die umliegenden Gemeinden in den kommenden Jahren entwickeln werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des ORF OÖ.