Bad Ischl feierte am 7. März 2026 ein ganz besonderes Ereignis: Das Café Ramsauer, das älteste durchgängig betriebene Kaffeehaus in Österreich, beging sein 200-jähriges Bestehen. Der Ischler Heimatverein (IHV) überreichte den stolzen Besitzern, Hilde und Dr. Kurt Waldhör, ein ganz spezielles Geschenk: ein unveröffentlichtes Foto aus dem Jahr 1905. Dieses Bild, das Persönlichkeiten im Billardraum des Cafés zeigt, ist ein wahrer Schatz der Geschichte.
Mit einer feierlichen Zeremonie übergaben der Obmann Kurt Eckel, Ehrenobmann Johannes Eberl und Hans Peter Ischlstöger das historische Foto, das unter anderem den Schriftsteller Hugo Oehler aus Berlin und den Opernsänger Ernst Melkus aus Wien zeigt. Diese besonderen Aufnahmen stammen von Dr. Fritz Ostersetzer, einem bedeutenden Mediziner und leidenschaftlichen Fotografen, der 1938 in die Schweiz emigrierte. Ein Großneffe von Ostersetzer, den Hans Peter Ischlstöger bei seinen Nachforschungen im „Erinnerungsschatz“ fand, übergab die alten Fotoplatten dem Heimatverein. Die Familie Waldhör war begeistert von dem Geschenk, das einen Ehrenplatz im Café Ramsauer erhalten wird.
Das Café Ramsauer: Ein Stück Geschichte
Das Café Ramsauer wurde am 26. Januar 1826 von Johann Huber und seiner Frau Eva Maria (geb. Schröffl) gegründet. Der Kaufpreis des Gebäudes betrug damals 500 Gulden. Seitdem hat es sich als klassisches Kaffeehaus mit angeschlossener Konditorei etabliert, in dem die Mehlspeisen in der hauseigenen Backstube frisch zubereitet werden. Die Adresse des Cafés liegt in der Kaiser-Franz-Joseph-Straße, im Herzen von Bad Ischl.
Es ist nicht nur ein Ort für guten Kaffee, sondern auch ein kulturelles Zentrum. Im Gästebuch des Cafés finden sich Einträge von berühmten Persönlichkeiten wie Emmerich Kálmán, Oscar Straus und Robert Stolz, was die Bedeutung des Cafés unterstreicht. Das Café Ramsauer ist mehr als ein Kaffeehaus; es ist ein Teil des kulturellen Erbes Österreichs.
Ein Blick in die Umgebung
Bad Ischl ist nicht nur für sein Café Ramsauer bekannt, sondern auch für andere historische Stätten. In der Nähe befindet sich das Marmorschlößl, ein Teehaus, das zwischen 1856 und 1861 errichtet wurde und von Kaiserin Elisabeth genutzt wurde. Heute beherbergt es das Photomuseum des Landes Oberösterreich, das die Geschichte der Fotografie von 1839 bis zur Gegenwart dokumentiert. Hier sind zahlreiche Geräte und tausende Bilder aus der Sicht Österreichs zu sehen, darunter auch die beeindruckende „Habsburger-Sammlung“.
Das Photomuseum ist vom 1. April bis 31. Oktober täglich geöffnet und bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Fotografie. Für Gruppen sind Sondertermine möglich, und der Eintritt kostet zwischen 12 und 15 Schilling, zuzüglich des Eintritts für den Kaiserpark.
Die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Café Ramsauer sind ein hervorragender Anlass, um sich der reichen Geschichte und Kultur Bad Ischls zu erinnern. Der Ischler Heimatverein plant, über diese Geschichte in einer der nächsten Ausgaben der IWO sowie in den „Mitteilungen 2026 des Ischler Heimatvereins“ zu berichten. Das Café Ramsauer bleibt somit nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Geschichte dieser charmanten Stadt.
Für weitere Informationen über das Café Ramsauer und seine Geschichte, besuchen Sie bitte die Wikipedia-Seite oder entdecken Sie die Fotografiegeschichte im Photomuseum von Bad Ischl.
Für mehr Details über die Jubiläumsfeier und das besondere Geschenk des Heimatvereins, lesen Sie den vollständigen Artikel auf Salz-TV.